Bücherschau der Woche
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Klappentext
Gemäß Bundesrat Furgler hatte Brigadier Jeanmaire den Russen "geheimste Unterlagen" über die Kriegsmobilmachung verschafft. Jene offizielle Mitteilung versetzte 1976 eine breite Öffentlichkeit in Schrecken, glaubte sie doch, es seien Truppenstandorte, geheime Kommandoanlagen und andere sensible Daten verraten worden. Dreißig Jahre nach der Verhaftung Jeanmaires liegt erstmals ein Report vor, der sich auf die Ermittlungs- und Gerichtsakten stützt. War der Brigadier tatsächlich der "Jahrhundertverräter"? Oder war er vielmehr eine Projektionsfläche für den Hass, den die bürgerliche Schweiz gegenüber der totalitären Sowjetunion hegte? Im Bericht von Jürg Schoch machen die Akteure von damals eine zweifelhafte Figur: die Ermittler, manche Presseorgane, das Gericht und selbst Justizminister Furgler.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2006
Lobende Worte findet der "Lz." zeichnende Rezensent für Jürg Schochs Buch über den Schweizer Brigadier Jean-Louis Jeanmaire, der 1977 wegen Geheimnisverrats an die Sowjetunion zu 18 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.Er attestiert dem Historiker, den Fall Jeanmaire, der in der Schweiz hohe Wellen schlug, gründlich zu durchleuchten - "bis in die feinsten Verästelungen". Außerdem lobt Schoch für seine besonnene und nüchterne Darstellung des Falls sowie für seine stilsichere Sprache. Nur zustimmen kann er Schochs Nachweis, dass der BrigadierJeanmaire keinesfalls der "Jahrhundertverräter" war, zu dem ihn Medien und Politik stilisierten, und dass ein fairer Prozess in der hysterischen Atmosphäre damals nicht möglich war.
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