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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Judith Katzir

Fellinis Schuhe

Erzählungen

Cover: Fellinis Schuhe

Ammann Verlag, Zürich 2000
ISBN-10 3250600288
ISBN-13 9783250600282
Gebunden, 214 Seiten, 18,41 EUR

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Klappentext

Aus dem Hebräischen von Berbara Linner. Die Titelerzählung Fellinis Schuhe ist die Geschichte eines alternden Filmregisseurs, dem Federico Fellini einst anläßlich der Filmfestspiele in Cannes seine Schuhe geliehen hatte. Diese Schuhe sind seine Glücksbringer, und so erwartet er sehnsüchtig den Tag, an dem er genügend Geld auftreiben kann, um seinen jahrzehntelangen Traum vom eigenen cineastischen Meisterwerk zu verwirklichen. Mit Hilfe einer jungen, lebenshungrigen Kellnerin scheint ihm dies auch zu gelingen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2000

Jakob Hessing ist äußerst angetan von dem Buch mit vier Erzählungen, dem Debüt der israelischen Autorin, die hierzulande bereits mit einem später geschriebenen Roman auf der Bestsellerliste stand. Er empfiehlt, die Erzählungen nicht in der abgedruckten, sondern in chronologischer Reihenfolge zu lesen, denn so werde die Entwicklung der Autorin deutlich. Während nämlich in der ersten Novelle, die bereits "alle Elemente" der späteren Texte enthalte, die Figuren noch etwas "unscharf gesehen" würden, bekomme sie in den folgenden Texten die "Kunst in den Griff", lobt der Rezensent. Dennoch findet er in dem frühesten Text des Bandes bereits "alle Elemente", aus der Katzir ihre Erzählwelt baut, die deprimierende Realität und die "unerfüllten Träume" der Protagonisten und das "Spiel" dass zwischen den beiden Welten entsteht. Er meint, dass der Blick der Autorin zunehmend schärfer wird und preist die Erzählungen erfreut als "Vergnügen".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2000

Stefana Sabin bespricht in einer Sammelrezension fünf soeben ins Deutsche übersetzte Romane von israelischen Autorinnen.
1) Ruth Almog: "Ein Engel aus Papier"
Nur die Kunst verspreche Rettung aus der Alltagshölle des jungen des jungen Sha`ul, schreibt die Rezensentin, die die Beschreibung der Hölle offensichtlich beeindruckend fand. Die Sprache sei "lyrisch und unsentimental" und die Figuren seien so stark wie plausibel. Das Resultat: "dichte Atmosphäre".
2) Shulamit Lapid: "Der tote Bräutigam"
Der Roman ist die Fortsetzung einer Reihe, die die Reporterin Lisi Badichi zur Heldin hat. Die Rezensentin stellt fest, dass es der Autorin gelungen ist, den Provinzort Be`er Scheva zu einer "Hauptstadt der Kriminalliteratur" zu machen. Auch der neue Roman kann sie überzeugen: Lapid verfahre raffiniert und habe Überraschungen ebenso wie sympathische Helden zu bieten. An "flotten Sprüchen" fehle es ebensowenig wie an "Wirklichkeitstreue".
3) Zeruya Shalev: "Liebesleben"
Das Urteil der Rezensentin über diesen Liebesroman ist einigermaßen vernichtend: es handle sich um eine Mischung von inhaltlichen und formalen Klischees, die Sprache erhebe sich kaum über das Niveau von Trivialromanen. Der Weg von erotischer Leidenschaft zu Liebe, den der Roman ausmessen wolle, führe letztlich nur zu einem: "literarischem Kitsch".
4) Judith Katzir: "Fellinis Schuhe"
Die Flucht aus dem Alltag, die Malka, die Heldin von Katzirs Roman unternimmt, führt sie zu einem alternden Filmregisseur. Dessen Traum von einem großen Film wird zuletzt nichts an der Wirklichkeit verändert haben, wie die Rezensentin feststellt, sehr wohl aber einiges im Reich der Möglichkeiten. Die Mischung des Romans gefällt ihr, selbst die Slapstick-Szenen betonten noch die "impressionistisch-melancholische Note".
5) Yael Hedaya: "Liebe pur"
Die Figuren des Romans bleiben namenlos, in der Beschreibung ihrer Zerrissenheit jedoch würden sie zu "realistischen Gestalten". Sehr sensibel, so die Rezensentin, verfahre die Autorin, zudem mit einigem erzählerischen Geschick in der Wahl der Perspektiven. Wohltuend sei der Verzicht auf Pathos in der "schmucklosen Sprache" - denn gerade in ihrer Leichtigkeit sei die Geschichte irritierend.

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