Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Spanischen von Thomas Brovot, Christian Hansen und Clementine Kügler. Juan Goytisolo gilt als Mittler zwischen Orient und Okzident. Oft hat der in Barcelona geborene und in Marrakesch lebende Schriftsteller mit seinen kritischen Essays und Artikeln für Aufsehen gesorgt, wurde als "Nestbeschmutzer" beschimpft. Die hier versammelten Texte aus den letzten zwei Jahrzehnten haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt, schaffen im Gegenteil ein umfassendes Bild von den heutigen Zuständen im Nahen Osten und in Europa. Kenntnisreich setzt sich Goytisolo mit der Politik des Westens gegenüber Saddam Hussein auseinander, seine Beobachtungen während des ersten Golfkriegs geben heute Antworten auf die derzeitige Irakpolitik.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.12.2004
Seit dem Ender der achtziger Jahre veröffentlicht der Schriftsteller Juan Goytisolo in der spanischen Tageszeitung "El Pais" seine Essays und Kolumnen zum Verhältnis zwischen dem Westen und dem Islam. Der Autor ist ein Kenner der Materie, wobei es sehr von Nutzen ist, dass er seinen Wohnsitz in Marrakesch hat und des Arabischen mächtig ist. Die nun versammelten Texte lassen, so Rezensent Kersten Knipp, eine Grundlinie seiner Argumentation erkennen: Zwar äußert Goytisolo immer wieder auch Kritik an der oft festzustellenden Unfähigkeit zur Selbstkritik im Lager des Islam, vor allem aber mahnt er Nüchternheit und Differenzierung auf Seiten des Westens an. Unnachgiebig verweigert er sich der Tendenz, "die politischen Dimensionen des Konflikts unter religiösen Vorzeichen zu deuten", sucht die entscheidenden Gründe für die Probleme mit dem Islamismus vielmehr in den vielfachen Ausgrenzungen der islamischen Staaten durch den Westen, so Knipp. Er findet diese Deutung zwar ein klein wenig einseitig, hält sie jedoch in der Tendenz für zutreffend und lobt Goytisolo als nüchternen Mahner.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.11.2004
Walter Haubrich schätzt an dem spanischen Schriftsteller Juan Goytisolo, dass er auch in seinem jüngsten Essayband, hauptsächlich mit Texten zur islamischen Welt und ihrem Verhältnis zum Westen, "kein "Blatt vor den Mund" nimmt und in einer "leicht fassbaren" und "nie verschnörkelten Sprache" seine Meinung zum Ausdruck bringt. Der Rezensent betont, dass Goytisolo nicht nur lange in Marokko gelebt hat, sondern auch arabisch spricht und "ausgedehnte Reisen" in verschiedenen Länder unternommen hat, also tiefere Einblicke in die muslimische Welt hat. Im ersten Teil des Buches geht der Autor "scharf" mit der Bush-Regierung ins Gericht und beklagt die allgemein herrschende fehlende Differenzierung in westlichen Ländern zwischen "Moslem, Islamist und "Märtyrer der Al Qaida", fasst Haubrich zusammen. Daneben informiert er in kürzeren Beiträgen auch über muslimische und jüdische Literatur und erzählt von Reisen nach Israel, Palästina und Tunesien. Im zweiten Teil widmet sich der Autor dem Leben von Muslimen in verschiedenen Ländern Europas, wie zum Beispiel in einem "damals vielbeachteten Bericht" über die andalusische Provinz Almeria, in der es 2000 zu Gewalttaten gegen nordafrikanische Landarbeiter kam, informiert der Rezensent weiter. Obwohl viele Texte wie dieser schon vor einigen Jahren entstanden sind und manches, was der Autor prognostiziert, auch von der Geschichte widerlegt worden ist, hat Goytisolo die Beiträge nicht verändert, stellt der Rezensent fest, der sich von den "klaren Aussagen" und der Ehrlichkeit" des Autors beeindruckt zeigt. Er findet es mutig, dass sich der Schriftsteller in seinen Meinungsäußerungen keinerlei "Auswege oder Rückzugsmöglichkeiten" offen lässt und damit eine "Sprache der offenen politischen und literarischen Diskussion pflegt. Zum Schluss lobt Haubrich noch die Übersetzung ins Deutsche, die er bis auf die falsche Übersetzung des Wortes "castellano" in ihrem "klaren Deutsch" gelungen findet.
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