Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Joseph A. Amato

Von Goldstaub und Wollmäusen

Die Entdeckung des Kleinen und Unsichtbaren

Cover: Von Goldstaub und Wollmäusen

Europa Verlag, Hamburg 2001
ISBN-10 3203750120
ISBN-13 9783203750125
Gebunden, 252 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Harald Höfner und Brigitte Post. Eine sinnliche Entdeckungsgeschichte über die Großartigkeit des Kleinen. Während die Geschichte des Großen schon oft erzählt wurde, ist eine Geschichte des Kleinen bislang noch nicht einmal entworfen worden. "Von Goldstaub und Wollmäusen" entführt den Leser in das Universum des Kleinen und Unsichtbaren. Galt doch der Staub über Jahrhunderte als das kleinste wahrnehmbare Teilchen, veränderte sich mit der Entwicklung neuer und präziser Messinstrumente die Dimension des Kleinen. Mikroskope führten zur Entdeckung immer kleinerer Lebewesen und Strukturen. Das Buch ist eine poetische Meditation darüber, wie die Menschen den Staub erlebten und wahrnahmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2002

Ein wenig genervt ist der Rezensent Michael Adrian schon von der Flut kulturgeschichtlicher Analysen von immer abseitiger werdenden Gegenständen, von den Historiografien etwa des Körpers, der Tulpe oder der Schokolade. Joseph A. Amato stellt nach Meinung des Rezensenten mit seinem von Harald Höfner und Brigitte Post aus dem Amerikanischen übersetzten Buch "Von Goldstaub und Wollmäusen" einen neuen Rekord in dieser Disziplin auf: in "Benjaminscher Andacht zum Unbedeutenden" richtet sich Amatos Interesse auf die Kulturgeschichte des Staubkorns. Das ist alles klug geschrieben und zeugt von großer Gelehrsamkeit: Eine Menge Fachliteratur bemerkt der Rezensent beeindruckt, "hat der Autor zu diesem Zweck zerkrümelt und zu einem neuen Kuchen zusammengebacken". Aber ein wenig stöhnt unser Rezensent auch, wenn Amato beispielsweise "detaillistisch" zu zeigen versucht, wie die Geschichte des Abendlandes vom Staubkorn bestimmt ist. Da bleibt dem Rezensenten nichts anderes als zu resümieren: "Der Staub bleibt unser Schicksal".

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2002

Unglücklicher Titel, das. Was zum Henker haben die "Wollmäuse" hier verloren, ärgert sich ein "upj" gekürzelter Rezensent und verweist auf das gute, (staub-)trockene Original: "Dust. A History of the Small and the Invisible". Und um eine Geschichte handelt es sich auch. Genauer: um eine "kleine Begriffs- und Kulturgeschichte" des Staubs. Lobenswert, denkt sich "upj", so gegen den Hype des Großen zu segeln und das Kleine in den Blick zu nehmen. Jene Partikel, die einst durch das Mikroskop erst zu einer neuen physischen Größe wurden und fürderhin Angst und Schrecken verbreiteten, als Hort der Mikroben. Jene Partikel allerdings auch, die, wie der Rezensent vermerkt, als "Atome" und "Gene" nicht nur für die Wissenschaft in jüngerer Zeit immer attraktiver wurden. Ein originelles Stück Wissenschaftsgeschichte ist das Buch also auch. Eine eben, "in der das Bizarre gebührend Raum erhält".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren