Bücherschau der Woche
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Klappentext
"Weißnich" , sagt das kleine, seltsam ausschauende Wesen nur, das plötzlich auf das Bett des Mädchens fällt. Weder weiß es, wo es hergekommen ist, noch wie es heißt. Doch es will zurück, zurück zu seinen Eltern! Es war einmal, das ist alles, woran Weißnich sich erinnern kann. So fangen viele Geschichten an, die meisten sogar. Das kleine Mädchen und Weißnich machen sich auf die Suche nach Weißnichs Geschichte. Doch die zu finden ist gar nicht leicht: Sie geraten in eine Geschichte mit einem riesigen Krokodil, in eine Geschichte von einem einsamen Helden, in eine stürmische Geschichte, in eine Geschichte vom Sich-nicht-entscheiden-Können, in eine Comic-Geschichte ... bis sie endlich, endlich, auch die Geschichte von Weißnich finden - und seine Eltern!
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.04.2006
Sieglinde Geisel ist von "Weißnich" im Besonderen wie von Joke van Leeuwens Büchern überhaupt begeistert. Die seien nämlich gar nicht so "harmlos", wie sie scheinen, informiert Geisel. Denn während diese zu Anfang sich noch deutlich an der Wirklichkeit zu orientieren scheinen, wechseln sie dann oft unvermutet ins "Bizarre". Mit der Haltung der Autorin, Kindergeschichten müssten nicht alles erklären, kann sich die Rezensentin offensichtlich identifizieren. An der "meta-literarischen Wanderung" des Mädchens und des gelbnasigen "Weißnich" gefallen Geisel vor allem die Illustrationen, die oft mit "atemberaubendem Effekt" mit dem Text interagieren.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.04.2005
Joke van Leeuwen zeigt ihr ganzes Können, ruft Hilde Elisabeth Menzel: Sie springt von einem Einfall, von einer Geschichte zur anderen, sie stellt Comiczeichnungen neben Fotos, sie lässt die Buchstaben verschwimmen und tanzen. Und so wird aus dem immergleichen Anfang einer wahrscheinlich drögen Gutenachgeschichte - die kleine Heldin wird von ihrer Mutter wegen eines Anrufs mit dem "Es war einmal" allein gelassen - ein vielgestaltes Abenteuer der Fantasie: Ein "gelbnasiges, kleines Kerlchen" gesellt sich zum Mädchen. Es ist aus seiner Geschichte gefallen, und gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche durch die verschiedensten Anfänge: "gefährliche und absurde, lustige und traurige". Und am Ende hat das Mädchen Mühe, in seine eigene Geschichte zurückzufinden, die plötzlich viel interessanter geworden ist, als die mütterliche Routineerzählung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2005
Rezensentin Monika Osberghaus ist begeistert von diesem neuen Buch der niederländischen Bilderbuchautorin Joke van Leeuwen, die sie als Wort-, Bild- und Lebenskünstlerin vorstellt. Das Buch handele "vom Verlorengehen und Gefundenwerden, vom Sichkümmern und Einanderversorgen, vom Glück, gebraucht zu werden". Manchmal sind die Episoden zauberhaft, dann wieder unheimlich. Immer, so kann man den Beschreibungen Osberhaus' entnehmen, ist es intensiv, poetisch und spricht zutiefst existenzielle Fragen an. Erleben würde man all dies mit einem kleinen, quirligen "Fall- und Findelkind" namens "Weissnich", mit dem Joke van Leeuwen uns durch die mehr als vierzig Geschichten ihres Buches, durch eine Grundschule der Fantasie und der Kunst, sich zu entscheiden, führe. Ganz besonders preist sie das Zusammenspiel von Text und Bild in diesem Band, das sie in Kinderbüchern selten so erfinderisch gesehen hat. Die Autorin treibe hier ihre bisherigen Trouvaillen auf die Spitze und füge etwas ganz Neues hinzu: Farbe. Auch dunkle Momente spricht Osberghaus an, etwa ein Bleistiftwesen, das spürt, dass es fürs Radiergummi bestimmt ist. Ein Gesamtkunstwerk, ein "Feuerwerk für den Leser" hört man die Rezensentin jubeln, und jede Zeile ihrer euphorischen Kritik spricht von Lese- und Augengenuss pur.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 10.02.2005
Joke van Leeuwen hat in ihr Kinderbuch "Weißnich" genug Einfälle gesteckt, dass es "für dreißig Bücher reicht", preist Konrad Heidkamp hingerissen. Das kleine Weißnich ist aus seiner Geschichte heraus gefallen und will nun wieder nach Hause, wobei ihm der Junge zu helfen versucht, dem die Geschichte eigentlich von seiner Mutter erzählt werden sollte, fasst der Rezensent zusammen. Auf ihrer Reise begegnen die beiden seltsamen Gestalten, haben erstaunliche Erlebnissen und werden mit den verschiedensten Geschichtsanfängen konfrontiert und erinnern Heidkamp in ihrem Ideenreichtum an "Alice im Wunderland". Gleichzeitig hat die Autorin und Grafikerin aber auch mit den verschiedensten Illustrationstechniken experimentiert, vom Comic bis zur Fotografie und so wird dieses Buch auch zu einer "spannenden Bilderflut voller Rätsel und kreativer Anregungen", so der Rezensent begeistert. Gut gefallen hat ihm zudem, dass sich die Wendungen der Geschichte auch typografisch niederschlagen. Weint das "Weißnich", tröpfeln auch die Buchstaben und wenn jemand angibt, blähen sich die Buchstaben zu Fettgedrucktem, amüsiert sich Heidkamp. Auch den Einfall, die Seite mit einem Wischlappen bedeckt zu zeichnen und somit den Text unleserlich zu machen, weil dem Jungen der Kakao umgekippt ist, hat dem Rezensenten offensichtlich Vergnügen bereitet.
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