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Klappentext
John von Düffel erzählt von der Beziehung eines Vaters zu seinem Sohn und aus dem Leben zweier Schwestern - von Bindungen, die stärker sind als die zwischen Mann und Frau.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.08.2000
Die literarische Qualität des zweiten Romans von John von Düffel löst bei dem Rezensenten Ernest Wichner beileibe keine Begeisterungsstürme aus. Süffisant bemerkt er, dass der Autor angesichts seiner Erfahrung als Hörspielautor, Kritiker und Dramatiker eigentlich in der Lage sein sollte, eine "schlichte, unspektakuläre Prosa über eine mittlere Strecke zu führen, einfach eine normale, alltägliche Geschichte zu erzählen". Die Erzählstruktur sei einfach: zwei Erzählstränge und zwei Protagonisten laufen relativ autonom nebeneinander her, bis sie durch einen Unfall am Schluss miteinander verknotet werden. Wichner bemängelt, dass diese Verknüpfung nichts erklärt und fasst den Roman wie folgt zusammen: "Zwei beschädigte Figuren sagen Ich und referieren ihre Schadensbilanz". Damit könnten sie zwar an unser Mitgefühl appellieren, aber nicht literarisch beeindrucken.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2000
Martin Ebel lässt in seiner Rezension keinen Zweifel an seinem Respekt vor John von Düffel. Dennoch kann er dessen neuem Roman nur wenig abgewinnen. Besser wäre es seiner Ansicht nach gewesen, wenn der Autor diesmal eine Ausnahme gemacht und nicht völlig auf Dialoge verzichtet hätte. Denn gerade die kreiselnden inneren Monologe scheinen dem Rezensenten mit der Zeit gehörig auf die Nerven zu fallen, besonders weil sie zu keinem Ergebnis führen und von ständigen Wiederholungen geprägt sind. Ebel räumt zwar ein, dass dies im wahren Leben vorkommen mag. In einen Roman jedoch hält er diese Art der Selbstbetrachtungen, die man schon "bei Menschen aus Fleisch und Blut nur schwer erträgt", für nicht gerade fesselnd. Zwar gibt es auch in diesem Roman, wie Ebel einräumt, "fein beobachtete (oder erfundene) und subtil gestaltete" Momente, allerdings hätte er sich davon mehr gewünscht. Und so lautet schließlich das Fazit des Rezensenten: "viel zu viel introspektiver Leerlauf, zu wenig Aktion".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.05.2000
Dem Rezensenten Heinz Ludwig Arnold hat dieses Buch Rätsel aufgegeben - was nicht weiter schlimm wäre. Doch eines stört ihn: Denn die Rätsel sind auch nach mehrmaligem Lesen nicht aufzulösen, resümiert er enttäuscht. Zu viele Dinge bleiben ihm bis zum Schluss unklar: Was ist Wirklichkeit oder Einbildung? Welche Ereignisse habe wirklich stattgefunden? Wieviele Personen sind wirklich involviert? Oder sind es eigentlich nur wenige Personen, die dafür aber schizoide Züge haben? Eine Deutung werde dem Leser unmöglich gemacht, findet Arnold, dem eine gewisse Beliebigkeit aufstößt. Darüber hinaus erweise sich die zunächst virtuos erscheinende Sprache bei genauerem Hinsehen oft als "effekthaschend und selbstverliebt".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
Gerhard Schulz findet zwar auch in diesem zweiten Buch eines für seinen Erstling hochgelobten und -dekorierten Autors den "talentierten Erzähler" wieder. Aber zwei unabhängig voneinander bleibende Gestalten und ihr Leben bzw. Reden "abschnittweise ineinander zu verflechten und Roman zu nennen" ist für ihn nichts anderes als "Etikettenschwindel". Schlimmer noch ist jedoch, meint Schulz, dass der Autor diesen "flüchtig skizzierten" Typen - ein Vater, der auf langer Autofahrt über seinen entfremdeten Sohn monologisiert und eine Frau, die einem ebenso "schwadronierenden" Mann wegläuft - zu ähnlich ist, d.h. den gleichen "Horizont" hat wie sie. Ein Verriss.
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