Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Das Gespenst des Kommunismus scheint gebannt - wie aber steht es um den Kapitalismus? John Gray warnt vor den zerstörerischen Konsequenzen des globalen freien Marktes.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2000
Nur Spott hat Gerd Habermann für dieses Buch. Gray war einst Berater bei Margaret Thatcher, und nun entpuppt er sich als Sozialdemokrat. Grays Kritik am "Kasinokapitalismus" findet Habermann antiamerikanisch und seine als "dritter Weg" skizzierte Alternative "ziemlich nebulös". In Grays Kritik an der Globalisierung erblickt Habermann nur die üblichen Argumente - vor allem die Klage darüber, dass sie den "Primat nationaler Politik" untergrabe. Eine "schwache intellektuelle Leistung" sei dieses Buch, resümiert Habermann und unterstellt dem Autor, mit diesem Pamphlet "weiter geistig in Mode" bleiben zu wollen.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.02.2000
Eine "brilliante Streitschrift" ist dieses Buch für Sebastian Borger, der diesen Band für genauso gut fundiert wie leidenschaftlich hält. Zwar sind bereits zwei Jahre seit der Erstveröffentlichung vergangen, dennoch findet Borger, dass es nichts von seiner Frische eingebüßt hat. Nach seiner Einschätzung hat Gray, der als Politik-Professor an der London School of Economics tätig ist, mit vielen seiner Prognosen bisher Recht behalten. Dabei ist Gray politisch nicht leicht einzuordnen. Als ehemaliger Berater von Margaret Thatcher lässt er einerseits kein gutes Haar an der Neuen Rechten. Andererseits setzt er sich in Borgers Augen mit seinen Thesen fast dem Verdacht einer anti-amerikanischen Haltung aus, da er die "universale Vorbildfunktion" der Amerikaner für jedes andere Land stark in Frage stellt. Aber gerade das von dieser Art Ideologien relativ ungebunden erscheinende Denken Grays scheint für den Rezensenten eine der Stärken des Buches auszumachen, zumal der Autor seine Thesen recht plausibel vermitteln könne.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Dies sei eine Kritik des Neoliberalismus und der Globalisierung aus der Sicht eines Anhängers der sozialen Marktwirtschaft, meint Rezensent Gerd Roellecke: "Eine politische Kampfschrift also? Ja, aber eine gute und mit hohem Anspruch." Gray lehne den Kapitalismus nicht grundsätzlich ab, fordere aber, dass er sich den Besonderheiten einer Kultur anpasse. In China etwa gebe es nicht wie in den USA oder Europa eine Kultur des Individuums, sondern der Familie. Die wirtschaftlichen Erfolge der Auslandschinesen zeigten, dass eine kulturelle Anpassung des Kapitalismus möglich sei, wenn sie rechtlich abgesichert werde. Dafür müsse man aber vom "Washington Consensus" abkommen, also vom Aberglauben, der ganz und gar freie Markt werde schon alles regeln.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Erhard Oeser: Das Reich des Mahdi
Mit 33 Abbildungen. 1885 erschütterte die westliche Welt die Nachricht vom Fall der Stadt Khartum und der brutalen ...
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








