Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

John Gray

Die falsche Verheißung

Der globale Kapitalismus und seine Folgen

Cover: Die falsche Verheißung

Alexander Fest Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 3828600867
ISBN-13 9783828600867
Gebunden, 336 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Das Gespenst des Kommunismus scheint gebannt - wie aber steht es um den Kapitalismus? John Gray warnt vor den zerstörerischen Konsequenzen des globalen freien Marktes.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.09.2000

Nur Spott hat Gerd Habermann für dieses Buch. Gray war einst Berater bei Margaret Thatcher, und nun entpuppt er sich als Sozialdemokrat. Grays Kritik am "Kasinokapitalismus" findet Habermann antiamerikanisch und seine als "dritter Weg" skizzierte Alternative "ziemlich nebulös". In Grays Kritik an der Globalisierung erblickt Habermann nur die üblichen Argumente - vor allem die Klage darüber, dass sie den "Primat nationaler Politik" untergrabe. Eine "schwache intellektuelle Leistung" sei dieses Buch, resümiert Habermann und unterstellt dem Autor, mit diesem Pamphlet "weiter geistig in Mode" bleiben zu wollen.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.02.2000

Eine "brilliante Streitschrift" ist dieses Buch für Sebastian Borger, der diesen Band für genauso gut fundiert wie leidenschaftlich hält. Zwar sind bereits zwei Jahre seit der Erstveröffentlichung vergangen, dennoch findet Borger, dass es nichts von seiner Frische eingebüßt hat. Nach seiner Einschätzung hat Gray, der als Politik-Professor an der London School of Economics tätig ist, mit vielen seiner Prognosen bisher Recht behalten. Dabei ist Gray politisch nicht leicht einzuordnen. Als ehemaliger Berater von Margaret Thatcher lässt er einerseits kein gutes Haar an der Neuen Rechten. Andererseits setzt er sich in Borgers Augen mit seinen Thesen fast dem Verdacht einer anti-amerikanischen Haltung aus, da er die "universale Vorbildfunktion" der Amerikaner für jedes andere Land stark in Frage stellt. Aber gerade das von dieser Art Ideologien relativ ungebunden erscheinende Denken Grays scheint für den Rezensenten eine der Stärken des Buches auszumachen, zumal der Autor seine Thesen recht plausibel vermitteln könne.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Dies sei eine Kritik des Neoliberalismus und der Globalisierung aus der Sicht eines Anhängers der sozialen Marktwirtschaft, meint Rezensent Gerd Roellecke: "Eine politische Kampfschrift also? Ja, aber eine gute und mit hohem Anspruch." Gray lehne den Kapitalismus nicht grundsätzlich ab, fordere aber, dass er sich den Besonderheiten einer Kultur anpasse. In China etwa gebe es nicht wie in den USA oder Europa eine Kultur des Individuums, sondern der Familie. Die wirtschaftlichen Erfolge der Auslandschinesen zeigten, dass eine kulturelle Anpassung des Kapitalismus möglich sei, wenn sie rechtlich abgesichert werde. Dafür müsse man aber vom "Washington Consensus" abkommen, also vom Aberglauben, der ganz und gar freie Markt werde schon alles regeln.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren