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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Uda Strätling. Philadelphia im Jahr 1793. In der Stadt wütet das Gelbfieber. Ein junger schwarzer Wanderprediger irrt auf der verzweifelten Suche nach einer mysteriösen afrikanischen Frau durch die Stadt. Doch sein Versuch, sie zu finden und zu retten, treibt ihn immer mehr in eine Gesellschaft, die von Gewalt und Hass beherrscht ist - und in der Weiß und Schwarz strikt getrennt sind. Aus dem Englischen von Uda Strätling
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2002
Dieses Buch gehört für Rezensent Joachim Kalka zum Interessantesten, was die Afroamerikanische Literatur in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Kalkas Informationen zufolge verknüpft das Erzählgeflecht von Widemans Epos "der vergeblichen Hoffnung" das alte Afrika mit dem gegenwärtigen Amerika, obwohl man als Leser der Rezension leider nicht genau erfährt, wie das gestaltet ist. Trotz aller tragischen Ironie der Beschreibung entrinne die Geschichte, in der, wie wir lesen, auch der Weg eines jungen schwarzen Wanderpredigers im Jahr 1793 nach Philadelphia beschrieben ist, gelegentlich nicht ganz der Versuchung des Pittoresken. Im Ganzen jedoch erkennt Kalka im Roman die Paraphrase eines Canetti-Satzes über die Lebendigkeit der Toten aus "Masse und Macht" und sieht im hier die Hoffnung scheitern, Schwarz und Weiß könnten zumindest an den Rändern der amerikanischen Gesellschaft "in Ruhe zusammen existieren". Das Buch sei "schön" übersetzt, schreibt er auch und lobt den deutschen Verlag für die Courage, das Buch des hierzulande kaum bekannten Autors zu publizieren. Lediglich den deutschen Titel des im Original als "The Cattle Killing" erschienenen Buches findet Kalka schwülstig und nichtssagend.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.07.2002
Das 1996 im Original erschienene Buch ist für den Rezensenten Thomas Leuchtenmüller "ein Meilenstein afroamerikanischer Nachkriegsliteratur". Es ist weniger der Inhalt (es geht um einen schwarzen Laienprediger und Ex-Sklaven, der sich 1793 auf die Suche nach einer rätselhaften Frau macht) als vielmehr die Form des Buches, die es Leuchtenmüller angetan hat. In der "keineswegs einfach zu lesenden", aus inneren Monologen, Sprüngen, nüchternen Beschreibungen, Dokumenten und Traumsequenzen sich zusammensetzenden Struktur blitzt immer wieder die "Virtuosität des Sprachkünstlers, der alle Register zieht", auf. So gelingt es dem Autor etwa, das Blut symbolisch aufzuladen, "deftig-lebensnahe Dialoge" und "lyrische Passagen" zu kombinieren und dabei dennoch einen "federleichten und ungekünstelten Ton" zu wahren. Ganz frei von bemüht oder ostentativ wirkenden Passagen ist das Buch zwar nicht, warnt Leuchtenmüller, aber sie bleiben erträglich durch Widemans Kunst der Balance zwischen der Klage über das erfahrene Leid (ein zentrales Sujet afroamerikanischen Schrifttums), der Schilderung von Gewalt und Rassismus einerseits und der Liebe andererseits und zwischen Distanz und Parteinahme.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.04.2002
Christiane Kühl verbindet in ihrer langen Besprechung über das 1996 im Original und nun im Deutschen vorliegende neue Buch des "einzigen Autors", der "zweimal mit den PEN/Faulkner Award ausgezeichnet wurde", ein Porträt über den 60-Jährigen John Edgar Wideman mit der Kritik seines Romans. Einmal mehr gehe es, so die Rezensentin, um Homewood, ein Schwarzenghetto in Pittsburgh, der Heimat des Autors. Diesmal habe er seine Geschichte zur Zeit einer Gelbfieberepidemie im späten 18. Jahrhundert angelegt, für die die Weißen die Schwarzen verantwortlich machen. Es ist, so Kühl, eine "nichtlineare Erzählung", in der die personalen Erzählidentitäten ohne Kennzeichnung einander abwechselten, so dass der Leser "immer wieder aufschlussreiche Re-Interpretationen" anstellen müsse, um der Handlung folgen zu können. Ein zentrales Thema sei der im Originaltitel "The Cattle Killing", das "Rinderschlachten", angezeigte "falsche Traum" der Schwarzen, mit gesellschaftlichem Aufstieg die Gesellschaft verändern zu können, schreibt die Rezensentin. Widemans Leben selbst sei dafür ein Beispiel. Ihm gelang der Weg aus dem Ghetto in die Universität, während Bruder und Sohn wegen bewaffneten Raubüberfalls und Mord im Gefängnis sitzen, berichtet Kühl. Der Autor nehme es, so die Rezensentin, mit einem Schulterzucken: "Trennung, Absurdität und Nichtübereinstimmung" seien Erfahrungen der Afroamerikaner, die er ein weiteres Mal, gepaart mit den Themen Rassismus und Gewalt in Joycescher Manier zur Sprache bringe.
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