Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

John David Morley

Nach dem Monsun

Eine Kindheit in den britischen Kolonien

Cover: Nach dem Monsun

Malik Verlag, München 2001
ISBN-10 3890292038
ISBN-13 9783890292038
Gebunden, 288 Seiten, 20,35 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Bernd Rullkötter. John David Morley ist ein Kind des British Empire, aufgewachsen in Singapur und in Afrika. Die wehmütige Erinnerung an jene glücklichen Jahre verfolgt ihn noch, als er längst der strengen Disziplin eines englischen Internats unterworfen ist.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2001

Sabine Renken ist begeistert vom "leichtfüßigen Charme" dieser Beschreibung der ersten Lebensjahre des Autors in den britischen Kolonien. Besonders gefällt ihr, dass Morley jegliches Pathos vermissen lässt und der Rückblick "bar jeder Verklärung" ist. Statt dessen nutze der Autor die Mittel der Selbstironie und der Distanzierung, um jegliche "bedeutungstriefende Erinnerungsschwere" zu vermeiden, so die Rezensentin angetan. Besonders gelungen findet sie Morleys Technik, die Perspektive des Erwachsenen mit dem Blickwinkel des Kindes zu kombinieren.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.08.2001

In der englischen Literatur sind Kindheitserinnerungen an das Leben in den britischen Kolonien bzw. die häufig schwierige Rückkehr der Kinder englischer Kolonialbeamter aus den Tropen ein beliebter Stoff, informiert Alexandra Lavizzari. Auch John David Morley schildert in seinem Buch seine Kindheit in den englischen Kolonien und die anschließend als traumatisch erlebte "zwanghafte 'Britannisierung'" mit "größtmöglicher Detailtreue", was der Rezensentin gar nicht gefällt. In Anbetracht der vielen ähnlich gearteten Berichte auf dem Buchmarkt hätte sie sich eine "originellere literarische Handhabung des Stoffes" gewünscht, beispielsweise einen "expressionistischen Gestus, der gewagt Akzente setzt und großzügig ausspart".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2001

Zwar kann man nach Ansicht einer mit "G.W.M." kürzelnden Rezensentin in diesem Buch "kaum zehn Seiten lesen", ohne dass irgendwelche "Kinder vor Freude auf und ab hüpfen". Dennoch findet sie diese Erinnerungen des Sohnes eines britischen Kolonialbeamten "nicht ohne Reiz". Man erfährt, dass es das Kind zunächst nach Singapur, später nach Nordnigeria und schließlich in ein südenglisches Internat verschlagen wird. Allerlei findet "G.M.W" "trefflich wiedergegeben": Sogar das Geräusch des Regens vom titelgebenden Monsun. Manche Personen findet sie "arg schlicht" skizziert. Einmal ist ihr beim Lesen aber auch der Vergleich mit Jonathan Swift gekommen. Starke Einwände hat sie gegen die deutsche Ausgabe vorzubringen: den verfälschenden Titel, das irreführende Motiv des Buchumschlags sowie die "stilistischen Unfeinheiten" der Übersetzung.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.04.2001

Harald Eggebrecht hat sich von John David Morleys Kindheitserinnerungen ganz und gar "unlöschbar verzaubern" lassen. "Fast schwerelos" ist der Rezensent in Morleys Buch geglitten und hat sich einfangen lassen von dessen lockeren, entspannten, gelenkigen und unpathetischen Schilderungen seiner Kindheit in Singapur und England.1948 kam der heute in München lebende Schriftsteller als Sohn eines britischen Kolonialbeamten und einer Künstlerin in diesem fernen südostasiatischen Stadtstaat zur Welt, infomiert Eggebrecht. Erinnerungen aufzuschreiben und ihnen eine sprühende Lebendigkeit zu verleihen, ist für den Rezensenten eine hohe Kunst. Und John David Morley führt sie dem Leser mit einem verführerischen Parlando vor Augen, lautet das Fazit von Eggebrecht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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