Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Johann Wolfgang von Goethe

Iphigenie auf Tauris

Interpretin: Jutta Wachowiak

Cover: Iphigenie auf Tauris

Patmos Verlag, Düsseldorf 2003
ISBN-10 3491911222
ISBN-13 9783491911222
CD, 14,95 EUR

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Klappentext

Interpretin: Jutta Wachowiak. Schuld und Sühne auf Tauris in der Prosafassung. Die Geschwister Iphigenie und Orest wollen den Kreislauf von Blutrache und Gewalttat, aus dem ihre Familie nicht herauskommt, durchbrechen. Obwohl sie von einem Halbgott abstammen, ist an ihnen nichts mehr göttlich, sie sind nur noch Menschen. Ihr Weg, das Schicksal zu wenden, ist voller Gefahren. Goethes Schauspiel, das Schiller als "erstaunlich modern und ungriechisch" empfand, ist der Inbegriff klassischer Humanitätsdichtung. Die Prosafassung, die Urform dieses Werkes, mit ihren vielen schönen realistischen Details zeigt viel deutlicher als das Versdrama, wie problematisch und gefährdet der Sieg der Humanität ist, den Iphigenie bei den "Barbaren" auf Tauris herbeiführt. Jutta Wachowiak sprach diese erste Fassung von 1779 zuerst auf der Bühne des Deutschen Theaters Berlin. Für die Hörbuchfassung ging sie noch einmal ins Studio.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.05.2003

Als gelungenes Experiment würdigt Rezensent Wilhelm Trapp diese Hörbuch-Fassung der Iphigenie, bei der Jutta Wachowiak vom Deutschen Theater Berlin alle fünf Rollen spricht. Diese stimmliche Beschränkung hat für Trapp den Vorteil, dass man umso konzentrierter auf Goethes Sprache achten kann. Was Trapp zufolge allerdings nicht bedeutet, dass Wachowiak die Figuren eintönig gestaltet. Im Gegenteil - sie "raunzt Thoas' ruppiges Verlangen, blendet als Phylades, erstarrt in Orests Depression", lobt der Rezensent. Auffällig ist die "starke, singende Phrasierung", mit der Wachowiak diese "unbekannte, härtere 'Ur-Iphigenie'" spricht, findet Trapp. Leise Stellen wirken auf ihn zuweilen "überbetont", was er darauf zurückführt, dass die intime Studioaufnahme nicht den Entfaltungsraum der Bühne bietet. Insgesamt macht sich Wachowiak nach Ansicht des Rezensenten die Direktheit der Urfassung der Iphigenie zu nutze, um ihre Heldin menschlicher zu machen, sich entwickeln zu lassen.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren