Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Jörg K. Hoensch
Die Luxemburger
Eine spätmittelalterliche Dynastie gesamteuropäischer Bedeutung 1308 bis 1437
Klappentext
Der "kleinen" Grafenfamilie der Luxemburger entstammten mit Heinrich VII., Karl IV., Wenzel IV. und Sigismund vier Römische Könige und drei Kaiser. Nur dem alle ritterlichen Attribute seines Zeitalters verkörpernden Johann dem Blinden blieb es verwehrt, neben der St. Wenzels- auch die Reichskrone zu erwerben. Erzbischof Balduin von Trier, der Bruder Kaiser Heinrichs VII., beeinflusste in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wie kein anderer Kurfürst das Geschehen im Reich. Die Luxemburger kontrollierten schließlich mit den Königreichen Böhmen und Ungarn den größten geschlossenen Länderkomplex im östlichen Mitteleuropa. Obgleich sie die weitere Aushöhlung der monarchischen Zentralgewalt nicht aufhalten konnten, gelang es ihnen immerhin, die Stellung des Reiches als maßgebliche Macht in Mitteleuropa zu behaupten. Mit diplomatischem Geschick und beeindruckender Einsatzbereitschaft suchten sie zudem den einschneidenden politischen, religiösen, geistig-kulturellen und wirtschaftlichen Umbrüchen ihrer Epoche an der Schwelle zur Neuzeit gerecht zu werden.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2001
Heinz Thomas lobt das Buch, doch gewinnt man von seiner Rezension unweigerlich den Eindruck, er hätte ein noch besseres geschrieben. Zwar lobt er den Autor als "kompetentesten Kenner der Materie", stellt fest, dass er alle Sprachen spricht, die die Luxemburger wohl oder übel beherrscht haben müssen - immerhin trugen sie zeitweise die Krone von Ungarn, Serbien, Bosnien, Dalmatien, Kroatien und noch einiger anderer Länder - und bescheinigt ihm eine "schnörkellose Prosa" geschrieben zu haben. Aber! "Nahezu unberücksichtigt bleibt das sich auch im Namen bekundende Selbstbewusstsein der Luxemburger." Zu diesem Thema hat Thomas dann soviel zu sagen, dass die "schnörkellose Prosa" Hoenschs am Ende der Kritik fast vergessen wäre, würde sich der Rezensent nicht noch einmal aufraffen und den "präzisen und gut lesbaren Überblick" erwähnen, den das Buch über die Geschichte der Luxemburger biete.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.10.2000
Schon seine "bestechend klare Prosa", so schreibt Friedrich Prinz, hebt dieses Buch von so manchem Trendigen über den Adel ab. Hinzu kommt, dass der Osteuropa-Spezialist nicht nur die Reichs- und Westeuropa-Politik der Luxemburger Dynastie unter die Lupe genommen hat, sondern ebenso ihren "ostmitteleuropäischen Aktionsbereich". Und auch, dass der Autor wiederum gegen einen herrschenden Trend verfährt, nämlich weiterhin ökonomische und soziale Grundlagen in seine Erzählung einfließen lässt, hat dem Rezensenten gut gefallen. Prinz verweist zudem lobend auf Hoenschs Darstellung der "niederträchtigen Politik" Kaiser Karl IV. gegenüber den Nürnberger Juden. Kritisch vermerkt der Rezensent nur, dass weder Erzbischof Balduin von Trier, ein wichtiger Mann im Hintergrund der luxemburgischen Macht, noch die langandauernde Wirkung der Goldenen Bulle genügend gewürdigt wurden. Dennoch ist er vom Nutzen dieses "informativen, konzisen Buchs" für Geschichtsstudenten und Laien sehr überzeugt.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen







