Bücherschau der Woche
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Klappentext
Jörg Bernigs Roman führt in das Gewirr der Grenzlinien nach 1945, in eine Zeit, in der die Verheerungen des Krieges in Flucht und Heimatlosigkeit enden. Im Niemandsland zwischen Ost und West sucht eine Gruppe Menschen Zuflucht vor ihren Verfolgern und der eigenen Vergangenheit...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2002
Dieser Roman hat bei Rezensent Michael Adrian den "merkwürdigen Eindruck einer pädagogisch korrekten Tragödie" hinterlassen. Nach Günter Grass nehme sich nun ein Nachgeborener des Vertreibungsschicksals an. Als Schauplatz wird ein "abgeschiedenes Walddorf im Dreiländereck" Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei beschrieben, wo sich im Jahr 1946 dort gestrandete Flüchtlinge in Rückblenden ihre Geschichten erzählten, während die Romanhandlung auf eine "angekündigte Katastrophe" zulaufe. Doch nicht die "historischen Schrecknisse" gäben den Ton an, schreibt Adrian. Vielmehr sei "unüberhörbar" dieser "Niemandsort in der Niemandszeit" auch eine poetische Erzählnische im Windschatten der Katastrophe. Bernig schreibe oft "feierlich tastend, umkreisend, fast innig", bemängelt der Rezensent und wird schon bald den Eindruck nicht mehr los, dass hier keine Menschen sondern eine Poetik spricht. Für den behandelten Stoff findet der Rezensent den Erzählton nicht passend. Überzeugt hat ihn das Buch jedoch als Versöhnungsmodell. Denn wie anders sollten sich Tschechen und Deutsche versöhnen, als dass sie sich ihre Geschichten erzählen würden. Deshalb wäre Adrian auf eine tschechische Übersetzung und ihre Aufnahme neugierig.
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