Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jörg Bernig

Niemandszeit

Roman

Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2002
ISBN-10 3421055882
ISBN-13 9783421055880
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Jörg Bernigs Roman führt in das Gewirr der Grenzlinien nach 1945, in eine Zeit, in der die Verheerungen des Krieges in Flucht und Heimatlosigkeit enden. Im Niemandsland zwischen Ost und West sucht eine Gruppe Menschen Zuflucht vor ihren Verfolgern und der eigenen Vergangenheit...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2002

Dieser Roman hat bei Rezensent Michael Adrian den "merkwürdigen Eindruck einer pädagogisch korrekten Tragödie" hinterlassen. Nach Günter Grass nehme sich nun ein Nachgeborener des Vertreibungsschicksals an. Als Schauplatz wird ein "abgeschiedenes Walddorf im Dreiländereck" Deutschland, Polen und der Tschechoslowakei beschrieben, wo sich im Jahr 1946 dort gestrandete Flüchtlinge in Rückblenden ihre Geschichten erzählten, während die Romanhandlung auf eine "angekündigte Katastrophe" zulaufe. Doch nicht die "historischen Schrecknisse" gäben den Ton an, schreibt Adrian. Vielmehr sei "unüberhörbar" dieser "Niemandsort in der Niemandszeit" auch eine poetische Erzählnische im Windschatten der Katastrophe. Bernig schreibe oft "feierlich tastend, umkreisend, fast innig", bemängelt der Rezensent und wird schon bald den Eindruck nicht mehr los, dass hier keine Menschen sondern eine Poetik spricht. Für den behandelten Stoff findet der Rezensent den Erzählton nicht passend. Überzeugt hat ihn das Buch jedoch als Versöhnungsmodell. Denn wie anders sollten sich Tschechen und Deutsche versöhnen, als dass sie sich ihre Geschichten erzählen würden. Deshalb wäre Adrian auf eine tschechische Übersetzung und ihre Aufnahme neugierig.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren