Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Joachim Fest

Speer

Eine Biographie

Cover: Speer

Alexander Fest Verlag, Berlin 1999
ISBN-10 3828600638
ISBN-13 9783828600638
gebunden, 560 Seiten, 29,65 EUR

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Klappentext

Speer ist ein Rätsel. Der Mann, der mit Anfang Dreißig eine Art Chefarchitekt des Dritten Reiches war, die neue Reichskanzlei baute und die monströsen Konzepte für die "Welthauptstadt Germania" entwarf, war die einzige Figur der nationalsozialistischen Führungsspitze, zu der Hitler mehr als nur sachliche Beziehungen entwickelte. War er ein bloßer Opportunist? Wußte er tatsächlich, wie er nach dem Krieg immer behauptete, nichts von der Ermordung der Juden"

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.10.1999

Fests Speer-Biografie lässt die Frankfurter Rundschau von dem Historiker Hans Mommsen besprechen. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Rezension nicht geschmäcklerisch wird, sondern kenntnisreich und fundiert und dass man immer noch ein bisschen mehr erfährt. Mommsen hält die "stilistisch brillante`` Biografie vor allem insofern für überzeugend, als sie Speers Lebensweg nachzeichnet, der im Grunde genommen durch drei Zeitalter führte. Weniger befriedigend findet Mommsen die "moralische Indifferenz`` von Hitlers Stararchitekten und Rüstungsministers dargestellt, die Fest seiner Meinung nach zu sehr auf Speers "Künstlermentalität`` zurückführt: auf Leichtsinn, Nachgiebigkeit, Arglosigkeit. Dabei, so Mommsen, unterschied sich Speer vielleicht in Intelligenz und Bildung von der übrigen NS-Führung, nicht jedoch in der Wahl seiner Mittel, der Rücksichtslosigkeit seiner Methoden und dem fehlenden Unrechtsbewusstsein.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.1999

Norbert Frei hat in mehrfacher Hinsicht Einwände gegen diese Biografie. Zunächst stellt sich für ihn rückblickend die Frage, wie weit Fests Hilfestellung beim Erscheinen von Speers "Erinnerungen" 1969 tatsächlich gegangen ist. Fest räumt ein, damals Gedächtnisprotokolle von den Gesprächen mit Speer angefertigt zu haben, die ihm letztlich auch bei der Biographie wieder von Nutzen waren. Dabei wird aber auch schon mal aus Passagen eine "wörtliche Rede", die wortwörtlich so nicht gesprochen wurde - ein insgesamt fragwürdiges Vorgehen in den Augen des Rezensenten. Darüber hinaus vermisst Frei aber auch inhaltlich neue Einsichten, Neues über Speers Motivation, den Grad seiner Mitwisserschaft und das, was sich hinter der Maske des "aufs rascheste reüssierenden Wunderknaben Hitlers" verbarg. Immerhin findet Frei, dass Fest einige interessante Vermutungen über Speers Schuld- bzw. Unrechtsbewusstsein anstellt.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren