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Klappentext
Gustav Mahler war der erste wirklich internationale Dirigent, der in Europa und in den USA Triumphe feierte. Mit seiner Musik haben sich schon viele Autoren beschäftigt, seine facettenreiche Person dagegen rückt Jens Malte Fischers ausführliche Biografie zum ersten Mal in den Vordergrund. Wir lernen einen gebildeten, außerordentlich ehrgeizigen Künstler kennen: leicht verletzbar, aber oft verletzend, auch gegenüber Menschen, die ihm so nahe standen wie seine Ehefrau Alma. Kenntnisreich und lebendig erzählt Jens Malte Fischer dieses dramatische Leben, in dem sich eine ganze Epoche spiegelt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.01.2004
Zunächst ist es Christine Lemke-Matwey ein wirkliches Anliegen, die umfassenden Vorarbeiten Jens Malte Fischers zu seiner Biografie von Gustav Mahler angemessen zu würdigen. Sie stellt zufrieden und beeindruckt fest, dass Fischer die Sekundärliteratur reflektiert hat und lobt seinen geschickten Umgang mit "sämtlichen" greifbaren Quellentexten aus der Umgebung Mahlers, die er mit der "Leichtigkeit und Eleganz des gewieften Forschers" für seine Lebensbeschreibung nutzbar macht. Nach einer derart überschwänglichen Eröffnung meldet sich dann aber leise Kritik, die im Lauf der Buchbesprechung immer lauter wird. Da hat die Rezensentin Sorge, dass die eben noch gepriesene Darstellung der "Zeitverhältnisse" den eigentlichen Gegenstand des Buches "überwuchern", dass man also - im Zuge von Mahlers Tod beispielsweise- allzu viel über das Sterben anderer Komponisten erfährt. Auch die "ausschweifend klugen Wienstudien" des Autors, sind ihr dann offenkundig doch zuviel. Außerdem beklagt die Rezensentin, dass Fischer die musikalische Analyse vermeidet. Für sie ist diese Lebensbeschreibung ein Versuch des Biografen, sich die "Liebe" zu Gustav Mahler von der "Seele zu schreiben", und als solchen weiß sie das Buch dann auch zu schätzen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.12.2003
Rezensent Martin Meyer lobt Jens Malte Fischers Biografie des Komponisten, Dirigenten und Intendanten Gustav Mahler (1860-1911) vor allem für ihre "souveräne Einfühlung in den Charakter und die Schicksalsstoffe dieses Schwierigen". Fischers voluminöses Werk bewege sich zwischen "Faktenlage" und "Seelen- und Bewusstseinstiefe des großen Komponisten", zwischen einer "breit aufgebauten Kulturgeschichte" und den "familiären Intima", zwischen den "ästhetischen Revolutionen und Verzögerungen der Zeit" und den "Notaten zum Alltag". Als kleines Manko empfindet Meyer, dass Fischer kaum kritisch wird. So frage er etwa nicht, ob Mahlers Zug zum Riesenhaften seinen "Stoffen" immer angemessen war. Dagegen lobt er Fischers bedächtige und kompetente Darstellung des Geisteslebens, das Mahler seine Mission erleichterte - des grassierenden Beethoven-Kults zum Beispiel oder der durch Wagner ins Monumentale gesteigerten Metaphysik des Leidens. Beim Thema Familie öffnet Fischer nach Ansicht Meyers zudem Perspektiven, "die deutlich über die Fakten und Mythen hinausweisen". Auch Fischers ausführlichen Studie zur äußeren Erscheinung Mahlers oder das Kapitel über Mahlers physische Leiden zählen für Meyer zu den Höhepunkten dieser Biografie.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2003
Als "überaus kluges, souveränes, wundervoll liebevolles Buch", durch welches die Mahler-Literatur reicher geworden sei, feiert Rezensent Hans Wollschläger diese Biografie. Als "faktenbiografische Arbeit" sieht er sie sogar Adornos Mahlermonografie von 1960 an die Seite treten. Autor Jens Malte Fischer habe das "inzwischen riesige Material" sorgfältig studiert und kompiliert, "ja, in glänzender Weise eingeschmolzen". Und zwar nicht zu einem "Urkundenkatalog" sondern zu einem wirklichen Text. Wollschläger rühmt nicht nur Fischers "Verfügung über das Material" sondern auch dessen geschmeidigen, intensiv beredten, dabei ganz und gar lesbaren Stil. Besonders die Fähigkeit "zu fein gebosselten Charakterschilderungen" bezeichnet Wollschläger als "glänzendes Handwerk. Auch am "Phrasengarten der Musikwissenschaft" sieht er den Biografen sicher vorübergehen. Leise Kritik äußert der Rezensent nur an Fischers Neigung, "bei Gelegenheit sogar das Schicksal selbst zu zensieren". Gleichzeitig hat ihm das Kapitel über Mahlers Sterben und Tod aber auch gezeigt, "zu welcher ideal verfassten Distanz dieser Biograf fähig ist".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Für den Rezensenten Wolfgang Schreiber stellt Jens Malte Fischers umfangreiches Buch "den wohl größten und ehrgeizigsten Anlauf" in der deutschsprachigen Gustav-Mahler-Biografik dar. Mit "offensichtlicher Lust" lasse Fischer seinen visuell "geschulten, lebhaften Blick" tief in Mahlers "Welt der Bilder, Handlungen, Taten" tauchen. Zwar behandele Fischer die Musik eher knapp (der Leser muss sich in dieser Hinsicht anderweitig aushelfen), doch "schon allein faktenmäßig" habe Fischer "viel zu bieten". Er arbeite die "Mahler-Literatur der letzten Jahrzehnte" auf, und "ins schon vorhandene Tableau" ein, zeichne die "Mahler-Epoche" mit großer "sozialpsychologischer Einfühlung", beleuchte die "krisenhaft-neuralgischen Punkte" des "modern zerrissenen" Künstlers und liefere als "Coda" eine kleine Wirkungsgeschichte Mahlers. Doch so groß die Fülle an Material auch sein mag, Fischer handhabt sie "souverän", ohne jegliche "Faktenhuberei", lobt Schreiber. Er findet es auch sehr angenehm, dass der Autor Fragen stellt, "ohne sie flott beantworten zu wollen". Mit dieser Biografie, so Schreibers Fazit, hat Fischer ein "nuancenreiches Historiengemälde" geschaffen.
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