Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Hebräischen von Barbara Linner. Eine Büroangestellte beginnt ein aussichtsloses Verhältnis mit einem Kollegen. Ein alter, behinderter Mann ist seiner philippinischen Haushaltshilfe ausgeliefert. Ein anderer versucht, mit verzweifelten Briefen an die Verwaltung die Ehre des Hauses zu retten. Ein Makler missbraucht das Vertrauen eines Klienten und verschafft sich Zugang zu dessen Wohnung. All diese Menschen leben in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander in Tel Aviv. Sie fühlen sich allein gelassen, gehen dennoch einander aus dem Weg, bei unvorhergesehenen Begegnungen flüchten sie sich in Unwahrheiten oder verlieren die Selbstbeherrschung. Dabei haben ihre Lebensläufe mehr miteinander zu tun, als sie glauben wollen. Alle verspüren den Wunsch nach Nähe, danach, die Wand zum Nächsten niederzureißen, folgen aber eher fremden Empfehlungen als den eigenen Gefühlen. Und wer endlich ein Ziel erreicht hat, merkt, dass er eine andere Vorstellung davon besaß. Vielleicht wollte man eine Liebe zurückhaben, die es so nie gab.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.06.2001
Zwei Romane in, um und aus Israel bespricht Eva-Elisabeth Fischer für uns: "Hinter der Wand" von Jehoschuha Kenaz und erschienen bei Luchterhand und Yoram Kaniuks "Verlangen", erschienen im List Verlag
1. Jehoschuha Kenaz: "Hinter der Wand"
Obgleich sie die Geschichten "eindeutig" in Israel verortet, erklärt uns die Rezensentin, dass der Autor von unsichtbaren Vorgängen handelt, die einen leicht dazu verführen könnten, an den eigenen (vier) Wänden zu horchen. Fischer meint vor allem die "unpathetische Art", mit der hier die kranken und gleichzeitig zerstörerischen Gefühle von Menschen in "zivilisations-kranken Metropolen" (in diesem Fall in einem Mietshaus in Tel Aviv) geschildert werden, wenn sie dies schreibt - die sei es, "die den Roman ... so packend macht."
2. Yoram Kaniuk: "Verlangen"
Über die Zuneigung alter Männer zu jüngeren Frauen hat Eva- Elisabeth Fischer schon Besseres gelesen. "Weniger wohlfeil" als hier klingt es ihrer Meinung nach sogar bei Martin Walser; "Verlangen" scheint ihr ein "billiges Filmscript" aus der Feder des Helden (eines alternden Fernsehproduzenten) zu sein, so billig, dass sie dem Autor die Motive und die Handlungen seiner Helden einfach nicht abnehmen will. Das vernichtende Fazit der Rezensentin: Viel heiße Luft nach dem Strickmuster billigster Seifenopern.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2001
Beeindruckt schreibt Rezensent Jakob Hessing über diesen Roman, dessen Autor er zu einer Schriftstellergeneration zählt, die die Enttäuschung über den Niedergang der zionistischen Ideale im realen Israel in ihrer Literatur verarbeiten. In seinem jüngstem Buch werde ein Wohnblock "zum Testfall" dieses Niederganges. Voller Bewunderung für Kenaz` Erzählkunst, die den Roman als "leicht durchschaubare Gesellschaftssatire" beginne und zunehmend "dunklere Töne" anschlage, schildert der Rezensent Haus und Bewohner. Der Leser lerne es erst durch die Augen eines Fremden kennen, doch diese Fremdheit lege sich am Ende über den ganzen Roman. Stichworthaft werden einige Protagonisten skizziert: der Makler Aviram, die schöne Gabi und ihr windiger Geliebter. Noch in Hessings Beschreibung sind die Kälte und Einsamkeit zu spüren, die das Leben der Menschen in diesem Haus bestimmen. Barbara Linners Übersetzung findet er lesbar, deutet jedoch vorsichtig an, dass sie die Atmosphäre des Buches mitunter nur schwer einfangen könne.
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