Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jeffrey Burton Russell

Biografie des Teufels

Das radikal Böse und die Macht des Guten in der Welt

Cover: Biografie des Teufels

Böhlau Verlag, Wien 2000
ISBN-10 3205991311
ISBN-13 9783205991311
Gebunden, 284 Seiten, 29,65 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Marie-Therese Pitner und Susanne Grabmayr. Teufel, Satan, Luzifer, Mephistopheles - im Lauf der Geschichte hat der Fürst der Finsternis, das mächtige Symbol für das Böse, viele Namen und Formen angenommen. In diesem Buch zeichnet Jeffrey Burton Russell die bemerkenswerte Geschichte des Teufels von der Antike bis zur Gegenwart nach. Er schildert uns, wie vergangene Generationen dem Bösen eine Persönlichkeit verliehen haben, wie Menschen mit dem immerwährenden Problem des radikalen Bösen umgegangen sind.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2000

Einen "sachkundigen Kurzführer durch die Unterwelt des Bösen" hat der in Santa Barbara lehrende Religionswissenschaftler vorgelegt, schreibt Wolfgang Sofsky. Mit großer Ausführlichkeit ist hier dargestellt, in welcher Gestalt und zu welchem Zweck der "Meister der Verwandlung" sich den Menschen nähert und sie Böses tun lässt; Russell beschreibe, wie Bibel, Scholastiker, Mystiker und Reformatoren den Teufel sahen, und wie die "Diabologie" argumentieren musste, um trotz der Verabsolutierung des Bösen weiterhin "Gott als Herrscher des Universums" aufrechtzuerhalten und dennoch behaupten zu können, der "Teufel regiert die Welt". Trotz aller Sachkunde, mit der dies ausgebreitet wird, erhebt Sofsky jedoch Einwände: er kritisiert, dass neben ein paar kurzen Bemerkungen zu islamischen, alt-iranischen und phönizischen Teufeleien nur christliche Auffassungen und Bilder des Bösen diskutiert werden. Schlimmer noch scheint ihm der immer wieder ausbrechende "persönliche Bekennermut" des Autors, der nicht müde wird, einer dem Materialismus und "aufgeklärtem Ungeist" verhafteten Welt vorzuhalten, dass sie nicht mehr an das Böse glaubt. Und schließlich führt der Rezensent noch die volkstümlichen Komödien des Mittelalters ins Feld, in denen sich das Volk gern über den "bocksbeinigen Gesellen" lustig machte, um zu sagen: wem der Satan eine so "ernste Angelegenheit" ist wie diesem Autor der übersieht so mancherlei himmlische Späße.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.07.2000

Wolfgang Koydl stellt in seiner Rezension zunächst klar, dass es sich bei dem Autor um eine "weltweit führende Koryphäe" in Sachen Teufelsforschung handelt, der nun mit dem vorliegenden Band den Versuch unternommen hat, vier andere von ihm verfasste Bände zu einem auch für Laien verständlichen Buch zu bearbeiten. Allerdings findet der Rezensent, dass diese Laien schon über eine ziemlich überdurchschnittliche Allgemeinbildung verfügen müssen, um bestimmte Sätze, für die er auch ein Beispiel anführt, zu verstehen. Trotzdem gefällt ihm das Buch. Russell nehme den Leser "mit auf einen Parforceritt durch dreitausend Jahre europäische Geistes-, Religions-, Philosophie-, und Kulturgeschichte", bei dem natürlich auch viel Literatur zum Thema Teufel, Dämonen, Inferno etc. herangezogen wird. Wirklich verärgert zeigt sich Koydl lediglich über das Layout, weil die "überbreiten Zeilen" für die Augen unnötig ermüdend seien.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren