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Klappentext
Aus dem Französischen von Josef Winiger. Jean Rouauds Buch ist eine Hommage an seine Mutter. Jung verwitwet, trotzte sie dem Schicksal, indem sie ihren Laden zum Mittelpunkt des bretonischen Provinzstädtchens Campbon - und ihres Lebens machte.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.12.2000
Zwei Faktoren zählt Vera Botterbusch auf, die in den Büchern Jean Rouauds eine Rolle spielen: das beharrliche Erforschen und Nacherzählen der eigenen Familiengeschichte, das nun mit diesem Buch in seine vierte Runde geht; der Blick auf die Provinz und die "Welt der sogenannten einfachen Leute". Nach Botterbusch ist Rouauds Blick liebevoll, humorvoll, etwas melancholisch, aber genau in der Beschreibung. Dreh- und Angelpunkt des vierbändigen Familienkaleidoskops sei der frühe Tod des Vaters, behauptet die Rezensentin, dessen Verlust Sohn wie Ehefrau nur schwer verkraften konnten. Der nun vorliegende vierte Band der Familien- und Provinzchronik stelle diesmal die Mutter in den Vordergrund, die ihre Energien nun auf den Laden, eben jenen "Porzellanladen" richte. Bemerkenswert findet Botterbusch, wie Rouaud im Unscheinbaren "den Glanz des Einmaligen" einfängt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 26.08.2000
Recht angetan scheint die Rezensentin Martina Meister vom neuen Roman Jean Rouauds und bedauert, dass der in Frankreich mit dem angesehenen `Prix Goncourt` ausgezeichnete Autor hierzulande relativ unbekannt ist. Sie lobt die Behutsamkeit, mit der sich Rouaud in seinen Romanen die eigene Familiengeschichte rekonstruiert. Dabei schafft er keine nostalgisch-rückwärtsgewandte Familiensaga, sondern eine "individualgeschichtliche Spurensuche [?] im Zwischenreich von Wirklichkeit und Fiktion" lobt die Rezensentin. Im Falle von `Der Porzellanladen` beschäftigt Rouaud sich mit seiner verstorbenen Mutter "wie ein geduldiger Bastler, der mit grosser Vorsicht tausend Bruchstücke wieder zu einem Ganzen zusammenfügt". Dies belegt die Rezensentin in ihrer Kritik mit zahlreichen Zitaten aus dem Roman.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2000
Gerda Zeltner verortet auch Jean Rouauds vierten Roman in dem schon in den vorangegangenen Büchern beschriebenen Familienkosmos, einer fortgesetzten Rekonstruktion der eigenen Familiengeschichte, die zugleich "Mythologie einer Sippe" ist. In diesem Buch rückt die Mutter nach dem Tod des Vaters in den Mittelpunkt. Aber es fällt dem Autor schwer - Zeltner beschreibt das sehr schön - das harsche, humorlose Naturell der Mutter zu vergegenwärtigen und den passenden Ton für sie zu finden. Zeltner analysiert, wie das Vergangene und Gegenwärtige bei Rouaud mit- und ineinander verschränkt sind und wie es dem Autor gelingt, diese Familiengeschichte über den privaten Sinnhorizont hinauszuführen. Hinter all dieser Beschäftigung mit der Vergangenheit einer Sippe, einer ganzen Gegend stecke keineswegs ein sentimentaler, rückwärtsgewandter Geist, sondern wacht der "messerscharfe Kunstverstand" Rouauds, lobt Zeltner.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2000
Wer weder Jean Rouaud noch die beiden ersten Teile der Romantrilogie, deren Schluß nun "Der Porzelanladen" ist, kennt, wird Joseph Hanimans Kritik vielleicht ein wenig rätselhaft finden. Fast scheint es, der Rezensent ist bei Lesen dieser Familiensaga von den vielen Toden, die dort gestorben werden, samt anschließender Totenwachen ziemlich melancholisch geworden. Aber da rettet ihn "eine ganz unmythische Ironie, die durch die Zeilen flackert". Und Hanimann findet doch noch Kraft und Muße, wie ein Deutschlehrer Sprachstil und Komposition des Buches zu zensieren. Dabei gelingt es ihm sogar, noch ein paar klärende Sätze zu Autor Handlung einzustreuen. Die Übersetzung von Josef Winiger findet er "magistral": "ein Meisterwurf", der die Idee aufkommen lasse, Rouaud hätte auch gleich auf Deutsch schreiben können.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2000
Klaus Modick stellt diesen Roman als Teil eines autobiografischen Projekts dar, in dem Rouaud durch die Erzählung von seiner Mutter seine eigene Autorwerdung reflektiert. Der Tod der Mutter sei da Voraussetzung und also auch befreiend gewesen. Die gewundenen Sätze Rouauds erinnern Modick ebenso an Proust wie das Projekt dieser auf mehrere Romane angelegten Selberlebensbeschreibung selbst.
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