Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Aus dem Französischen von Alexander Garcia Düttmann. Der Philosoph Jean-Luc Nancy, spricht hier erstmals davon, wie er vor bald zehn Jahren das Herz eines anderen erhalten hat. Der Eindringling beginnt mit einem Plädoyer für den Eindringling und dessen konstitutive Fremdheit. Dann spricht er vom Herzen des anderen. "Man hat es mir eingepflanzt... mein eigenes Herz war unbrauchbar geworden, aus einem Grund, der nie geklärt wurde. Um leben zu können, musste ich das Herz eines anderen erhalten. Welches andere Programm kreuzte so die Bahn meines eigenen physiologischen Programms?"
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.09.2000
Eine kurze Lesempfehlung schickt Krischan Schroth seiner ansonsten kommentarlosen Abhandlung des Buches von Jean-Luc Nancy hinterher. Ein Essay, der persönliches Erleben mit.philosophischen Betrachtungen verknüpft, teilt uns der Rezensent mit. Aber wie schreibt dieser Autor, was fasziniert den Rezensenten? Der lässt uns die Antwort nur erahnen, indem er den Autor Sätze lang zitiert. Nancy selbst hat sich einer Herztransplantation unterzogen, die ihn zu vielerlei Mutmaßungen über das vermeintlich Eigene und vermeintlich Fremde veranlasst. Das Eigene muss der Körper abstoßen und das Fremde nimmt er an, referiert Schroth, indem seine Immunität herabgesetzt wird, also der Körper sich selbst entfremdet wird. Am Ende ist nicht mehr das Herz nur der Eindringling, fasst Schroth Nancys philosophisch gefärbte Eigenerkenntnis zusammen, sondern die Gattung Mensch spielt und ist sich selbst "Der Eindringling". Ob es sich um ein eindringliches Buch handelt - Nancy erkrankte anschließend an Krebs und musste mehrere Operationen über sich ergehen lassen -, teilt uns der Rezensent im übrigen nicht mit.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2000
Die Figur des Eindringlings ist im Werk des französischen Philosophen Jean-Luc Nancy von zentraler Bedeutung. Die Schließung von Gemeinschaften werde durch die öffnende Figur des Eindringlings erst möglich - so fasst der Rezensent Christian Schlüter die zentrale These von Nancys "Die undarstellbare Gemeinschaft", einem seiner wichtigsten Werke, zusammen. Die nun erschienene Erzählung sei ein sehr viel persönlicheres Buch und schildere "rückhaltlos" seine "Leidensgeschichte nach einer Herztransplantation". Freilich liege eine philosophische Lektüre der privaten Geschichte nahe
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