Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der Theatermacher George Tabori (geb. 1914) gibt in seinen Stücken `Vorstellungen` vom Holocaust - im doppelten Wortsinn. Kein anderer Dramatiker hat das Gedächtnis an die Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus so zum Mittelpunkt seiner Arbeit gemacht. Sein bedeutender Beitrag zum Theater der Gegenwart ist untrennbar an sein Lebensthema geknüpft, mit dem er sich über Jahrzehnte auseinandergesetzt hat: die Versinnlichung und Vergegenwärtigung des Holocaust im Theaterstück und auf der Bühne. Wie können dramatische Strukturen aussehen, die den Genozid und seine Folgen thematisieren? Tabori schrieb keine Geschichtsdramen, sondern Erinnerungs-Spiele - persönlich beglaubigte wie ästhetisch überzeugende Antworten auf das lange Zeit dominante Postulat, eine Fiktionalisierung des Schrecklichen versündige sich an den Opfern. Jan Strümpel analysiert die wichtigsten Theaterstücke von George Tabori vor dem Hintergrund der »Holocaust-Dramatik« in Deutschland und der Debatten über (vermeintliche) Gestaltungstabus und Kunst `nach Auschwitz`.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 05.09.2000
Die Debatte um das Wie und Warum des Erinnerungsgeschäftes wogt hin und her und hoch und runter, und in diesem Zusammenhang findet Rezensentin Sabine Leucht die Beschäftigung mit dem Erinnerungsdekonstrukteur Tabori besonders wichtig, dessen Arbeit auf dem Theater Jan Strümpel nun eine Dissertation gewidmet hat. Wie alle Dissertationen komme sie etwas pedantisch daher, meint Leucht. Der Autor rücke Tabori in inhaltliche Nähe zum israelischen Akko-Theater, auch wenn mehr als eine Generation zwischen den Theatermachern liegt. Auch Tabori gehe es darum, "Gewissheiten zu erschüttern", das heißt nicht etwa Geschehenes oder Vergangenheit zu dokumentieren, sondern die Erinnerung daran immer wieder neu zu beleben und damit auch in Frage zu stellen, resümiert die Rezensentin und wünscht sich viele Schüler der Taborischen "Imiginationsschule".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Von Lesern empfohlene Bücher
Lukas Hartmann: Räuberleben
Geächtet, verteufelt, gejagt das ist das Schicksal des Räuberhauptmanns Hannikel und seiner Familie. Ein historischer ...
Theodor W. Adorno: Philosophie und Soziologie (1960)
Herausgegeben von Dirk Braunstein. Die Vorlesung über "Philosophie und Soziologie" aus dem Sommersemester ...
Archiv: Bücherschauen
Krisen des modernen Ichs
26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3
07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen
Goncalo M. Tavares: Die Versehrten
19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen
Laszlo Vegel: Sühne
12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen








