Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

James Pastouna

Guantanamo Bay

Gefangen im rechtsfreien Raum

Cover: Guantanamo Bay

Europäische Verlagsanstalt, München 2005
ISBN-10 3434505903
ISBN-13 9783434505907
Gebunden, 166 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Das für Taliban- und Al Qaida-Kämpfer eingerichtete Gefangenenlager auf Kuba ist zum Inbegriff staatlicher Willkür, zum Zeichen von Unterdrückung, vollkommener Rechtlosigkeit und Folter geworden. Der deutsch-englische Dokumentarfilmer James Pastouna erhielt nach schwierigen Verhandlungen die Erlaubnis, auf Guantanmo Interviews zu führen. Er sprach u.a. mit dem Seelsorger für die muslimischen Gefangenen, der kurz danach verhaftet wurde, berichtet über die Realität dort: Hitze, Gefangenschaft in Käfigen, Rechtlosigkeit.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.07.2005

Regelrecht verstört hat dieses Buch den Rezensenten Rudolf Walther zurückgelassen. Der in Köln lebende britische Dokumentarfilmer James Pastouna bereitet darin seine Recherchen zu einer WDR-Dokumentation auf, für die er die Geschichte dreier Häftlinge rekonstruiert hat. Der afghanische Taxifahrer Sayed Abassim, der Brite Moazzem Begg und der Deutsch-Türke Murat Kurnaz aus Bremen waren laut Pastounas grundlos in Guantanamo Bay inhaftiert worden, dort zum Teil monatelang unter verschärften Bedingungen verhört sowie körperlich und psychisch erniedrigt worden. Walther betont, dass sich Pastouna nie zu übertriebenen Darstellungen oder schiefen Vergleichen (etwa mit dem Gulag) hinreißen lässt. So lobt der Rezensent die "sorgfältige Recherche" und die präzise Schilderung eines "rechtsfreien Raums, in dem ein hartes Regime von Bevormundung und Erniedrigung herrscht".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.05.2005

Wilfried von Bredow nutzt seine Rezension des vom Dokumentarfilmer James Pastouna verfassten "Guantanamo Bay" zu einem Plädoyer für einen rechtsstaatlichen Umgang mit den amerikanischen Terror-Gefangenen. Weitaus nicht bei allen auf Guantanamo Bay Inhaftierten, diesen Eindruck hat das Buch bei Bredow erzeugt, steht fest, ob und wieweit sie tatsächlich in terroristische Machenschaften verwickelt sind. Pastouna hat mit einigen Freigelassenen gesprochen. Inwieweit nun aber eine Unschuldsvermutung angemessen wäre, wagt der Rezensent nicht zu entscheiden. Doch Zweifel haben die Interviews bei ihm gesät. Und das, so die Meinung von Bredows, genügt im Rechtsstaat. In dubio pro reo. Mit einem anderen Verfahren schadeten die USA sich und ihrer Sache, dem Krieg gegen den Terror, eher.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren