Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Wie jüdisch musste jemand sein, um als Jude zu gelten? In den Nürnberger Rassegesetzen von 1935 verankerten die Nationalsozialisten eine perfide Definition, die Menschen mit teilweise jüdischer Abstammung in "Mischlinge ersten" oder "zweiten Grades" einteilte. So gekennzeichnet lebten diese Deutschen unter zunehmend restriktiven Bedingungen zwischen den Welten. Im Verlauf des Krieges verschärfte sich ihre Lage. Das Hitlerregime gab allmählich seine unentschiedene Haltung gegenüber den "Mischlingen" auf, so dass auch sie früher oder später die Deportation befürchten mussten. Zwar bewahrte das Ende des Krieges die meisten von ihnen vor diesem Schicksal, ihr Leiden endete damit jedoch keineswegs. Zum Schweigen verdammt wollten sie sich im Nachkriegsdeutschland ein Leben aufbauen, geriet ihr Schicksal in der öffentlichen Wahrnehmung, aber auch seitens der Forschung in Vergessenheit. Mit großer Sorgfalt und Sachlichkeit hat sich der amerikanische Historiker James F. Tent ihrer vergessenen Geschichte angenommen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.02.2008
Ludger Heid begrüßt James F. Tents Untersuchung "Im Schatten des Holocaust", die sich mit den sogenannten deutsch-jüdischen "Mischlingen" im Nationalsozialismus befasst, einer Gruppe von Menschen, die von der Forschung bislang kaum in den Blick genommen wurde. Er bescheinigt dem amerikanischen Historiker, gestützt auf Schilderungen von Zeitzeugen "eindringlich" das Schicksal dieser Menschen vor Augen zu führen, deren Leben von der ständigen Angst bestimmt war, jeden Augenblick verhaftet, deportiert und ermordet zu werden. Besonders schätzt Heid die "unprätentiöse" und "narrative" Darstellung, die das Buch auch für Laien interessant macht. Das große Verdienst des Autors ist in seinen Augen, an diese Gruppe von Menschen zu erinnern und ihr "historische Gerechtigkeit" widerfahren zu lassen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2007
Instruktiv scheint Klaus A. Lankheit dieses Buch über die von den Nazis so titulierten deutsch-jüdischen "Mischlinge", das James F. Tent vorgelegt hat. Er betrachtet es als gute Ergänzung der diversen Forschungen auf diesem Gebiet. Im Mittelpunkt des Buchs sieht er die Schicksale von Menschen mit teilweise jüdischer Abstammung. Dabei unterstreicht er, dass der Autor für seine Darstellung auf eigene Befragungen und amtliche Quellen zurückgegriffen hat. Deutlich wird für ihn, dass sich die Nazis uneinig über den Umgang mit diesen Menschen waren, sie aber gleichwohl zunehmend drangsalierten und verfolgten. Dennoch hätten die meisten Betroffenen den Zweiten Weltkrieg überlebt und danach oft beeindruckende Karrieren in Wissenschaft, Medien und Politik gemacht.
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