Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

James Canon

Der Tag, an dem die Männer verschwanden

Roman

Cover: Der Tag, an dem die Männer verschwanden

Ullstein Verlag, Berlin 2008
ISBN-10 3550087292
ISBN-13 9783550087295
Gebunden, 396 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sky Nonhoff. Man kann einfach nicht in Frieden leben. Als eines schönen Sonntags Guerilla-Kämpfer in Mariquita einfallen und den Frauen ihre Männer stehlen, ist der Jammer groß. Verlassen von Gott und Regierung droht Mariquita im Elend zu versinken. Bis Doña Rosalba viuda de Patiño, die Frau des ehemaligen Dorfpolizisten, genug hat von all dem Chaos um sie herum. Resolut betritt sie das verwaiste Rathaus, lüftet kräftig durch und verteilt die Arbeit. Und siehe da, über die Jahre entsteht ein weibliches Utopia, das, so will es die Ironie, genau der Gesellschaftsordnung entspricht, für die die Guerillas morden und plündern. Wenn nur das Problem mit der Zeugung von Nachkommen nicht wäre, doch auch dafür scheint bald eine Lösung in Sicht, möge Gott dem Priester seine Sünden vergeben.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.10.2008

Abgründig und irgendwie faszinierend findet Rezensent Manuel Karasek diesen, aus seiner Sicht ”bemerkenswerten” kolumbianischen Roman, der die Geschichte des fiktiven Dorfes ”Mariquita” erzählt, wo eines Nachts alle Männer von Menschenfleisch verschlingenden Amazonen verschleppt werden. Die zurückbleibenden Frauen versuchen, das Leben in der Gemeinde aufrecht zu erhalten. Zunächst befremdet ihn angesichts der unheimlichen Geschichte der antipsychologische, ”schlichte Erzählton”, erscheinen ihm die Dialoge mit ihrem kindlichen Einschlag zunächst etwas hölzern. Doch bald erkennt er die geschickte Methode dahinter: nämlich den Stoff wie ein Märchen zu behandeln, mit einer ”banalen Oberfläche” anzutäuschen, um dann die Beschreibungen der Gewalt umso schockierender hervorbrechen zu lassen. Auch die zwischengeschalteten Reportagekapitel über Kindersoldaten oder Kriegskrüppel vertiefen den Eindruck, den das Buch, in dem Karasek auch einen homosexuellen Subtext ausmacht, auf ihn hat.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2008

Der Debütroman von James Canon hat Julia Bähr begeistert. "Der Tag, an dem die Männer verschwanden" ist in einem kolumbianischen Dorf in den Neunzigern angesiedelt, in dem eine Guerilla-Truppe sämtliche Männer eines Tages verschleppt und auf die Art ein Matriarchat installiert. Wie sich die Frauen nun im männerlosen Dorf einrichten und sich mit Problemen wie Sex, Fortpflanzung (im Ort ist nur ein Priester zurückgeblieben) und einer neuen Zeitordnung herumschlagen, hat der 40-jährige kubanische Autor in wunderbar absurden, hochkomischen Passagen in Szene gesetzt, schwärmt die Rezensentin. In diesen utopischen Gender-Roman stelle Canon allerdings immer wieder verstörende Episoden aus dem blutigen Bürgerkrieg, so Bähr weiter. Dass die Geschichte am Ende ins Märchenhafte gleitet, passt für die Rezensentin gut zu dem an beste südamerikanische Erzähltraditionen anknüpfenden Ton des Buches.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren