Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Jakob Littner

Mein Weg durch die Nacht

Cover: Mein Weg durch die Nacht

Metropol-Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3936411107
ISBN-13 9783936411102
Gebunden, 247 Seiten, 18,00 EUR

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Klappentext

1992 verlegte der Jüdische Verlag im Hause Suhrkamp die Geschichte des Holocaust-Überlebenden Jakob Littner, literarisch erzählt von Wolfgang Koeppen (1906-1996). Das Buch mit dem Titel "Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch" war zuerst 1948 in dem Münchner Kleinverlag von Herbert Kluger erschienen, 1985 wurde es im Berliner Kupfergraben Verlag ein zweites Mal verlegt. Zu einer nennenswerten Resonanz kam es nicht. Erst als der renommierte Schriftsteller Wolfgang Koeppen den wortgleichen Text unter seinem Namen herausbrachte, reagierte die Öffentlichkeit mit größerem Interesse. Die Literaturwissenschaftler Roland Ulrich und Reinhard K. Zachau dokumentieren den Urtext und untersuchen die "Metamorphose" zu Wolfgang Koeppens Roman.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2002

Unter dem Namen Littner erschienen kurz nach dem Krieg "Jakob Littners Aufzeichnungen aus dem Erdloch", eine Überlebensgeschichte aus dem Holocaust, als deren wahrer Verfasser sich 1992 Wolfgang Koeppen erwies, führt Iris Denneler in die komplizierte Werkgeschichte ein. Seither sei die Debatte um die Autorschaft und die moralische Legitimation der literarischen Aneignung einer fremden Geschichte nicht abgebrochen, meldet sie, zumal Ende der 90er Jahre zwei Originalmanuskripte auftauchten, die nahelegen, dass der echte Littner, der 1945 einen Ghostwriter suchte und einen "eigensinnigen Autor" in Koeppen fand, größeren Anteil am Werk hatte als von Koeppen behauptet. Obwohl man nun mit Littners "Weg durch die Nacht" endlich die Originalversion in den Händen halten soll, meldet Denneler Zweifel an; zu groß seien die Widersprüche der Kommentatoren und Herausgeber. Denn auch die Koeppen-Version ist mit neuem Kommentar erschienen. Um die Texte selbst geht es kaum noch, beklagt die Rezensentin den Gelehrtenstreit - eine Falle, in die sie selbst beinahe zwangsläufig tappt. Beide Verfasser, so betont sie zum Schluss, hatten das Anliegen, Zeugnis abzulegen; beide hätten wahrhaftig Zeugnis abgelegt, meint sie, denn die "Wahrheit des Erinnerns" sei "keine Frage von Wirklichkeit und Abbild".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren