Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

J.J. Voskuil

Das Büro. Direktor Beerta

Roman
Cover: Das Büro. Direktor Beerta
C. H. Beck Verlag, München 2012
ISBN 9783406637339
Gebunden, 848 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Gerd Busse. Als Maarten Koning eine Stelle als wissenschaftlicher Beamter in einem volkskundlichen Büro antritt, ändert sich sein Leben schlagartig. Von nun an beschäftigt er sich mit Wichtelmännchen - und mit den lieben Kollegen. Der graue Büroalltag wird aufgelockert durch ergebnislose Sitzungen, nutzlose Dienstreisen und feuchtfröhliche Kongresse. Und bei alledem versteht es Direktor Beerta meisterhaft, immer neue Projekte und Stellen zu schaffen.
Sein monumentaler Büro-Roman loste eine wahre "Büromanie" aus mit Fanklubs und langen Schlangen im Morgengrauen vor den Buchhandlungen. Mit seinen knappen Schreibtischdialogen, lakonischen Schilderungen von Arbeitsabläufen und einem bitterbösen Gespür für die urkomischen Aspekte des Bürolebens hat Voskuil den Nerv unserer arbeitswütigen Zeit getroffen. Während der Leser wie bei einer Soap-Opera atemlos einer Szene nach der anderen folgt, wird er unmerklich in das Leben des Maarten Koning hineingezogen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 26.01.2013

Den Vergleich mit Eugen Ionesco muss der niederländische Autor Johannes Jacobus Voskuil nicht scheuen, meint Rezensent Peter Urban Halle, der in dem nun erstmals auf Deutsch unter dem Titel "Das Büro" erschienenen Roman die gleiche Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit, Intelligenz und Banalität entdeckt. Die autobiografisch geprägte, wunderbar lakonisch erzählte Geschichte führt den Kritiker im Jahre 1957 in das Amsterdamer Institut für Volkskunde, in dem der radikale "Systemverächter" Maarten voller Abscheu, aber aus Geldnot unter seinem homosexuellen, heuchlerischen Chef Beerta zu arbeiten beginnt. Zunehmend depressiv und stets gehindert durch seine Frau, die kein Geld und "keinen Mann mit Status" will, beschäftigt sich Maarten für einen geplanten Atlas der Volkskultur mit der "Wichtelmännchen-Forschung". Selten hat der Kritiker einen so bissigen und spannenden Roman über Konkurrenz, Eifersucht, Suche nach Anerkennung und den alltäglichen Wahnsinn gelesen. Darüber hinaus haben ihn die scharfsinnig gezeichneten Charaktere dieses "absurden Wichtelmännchen-Theaters" bestens amüsiert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2012

845 Seiten dokumentierter Büroalltag. Und das ist nur der erste von sieben Bänden des Lebenswerks von J. J. Voskuil, in seiner niederländischen Heimat allesamt Beststeller, es gibt Fanclubs und Reiseführer zum Buch. Wie bitte? Genau. Rezensent Dirk Schümer erklärt das Phänomen so: das Berufsleben des Helden, des Volkskundlers Koning, zwischen Bücherregalen, einem zynischen Chef und der Kaffeemaschine gewinnt seinen Reiz aus der komischen Differenz zwischen der akademischen Ernsthaftigkeit im Institut und der vom Autor aufgedeckten Sinnlosigkeit des Bürotuns sowie durch eine dem Text eingeschriebene kafkaeske Lebensweisheit. Ferner wird der Büroalltag vor Schümers Augen zur Existenzform und zum Pandämonium menschlicher Schwächen. Und dann wäre da noch die Komposition des realistischen Romans, die Schümer mit ihren lyrischen Abstechern die nötige Auflockerung beschert und eine für ihn mit Prousts "Recherche" vergleichbare Sogwirkung entfaltet.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.08.2012

Den Erfolg des Großbüroprojekts von J. J. Voskuil auf dem deutschen Markt zu bewerten, scheint Rezensent Christoph Bartmann verfrüht. Dies ist schließlich erst der erste Band von sieben. Was dem Ding gut steht und was nicht, kann er dennoch sagen. Da ist zunächst einmal die gähnende Langeweile, die ein Buch über den Büroalltag eines Instituts für Volkskunde mit sich bringt. Laut Bartmann unternimmt der Autor nichts, sie aus dem Weg zu räumen. Im Gegenteil, Sinn und Zweck seines Plans scheint es zu sein, eben keine Satire zu schreiben, sondern eine Welt aus Nicht-Ereignissen zu erschaffen. Das klappt ganz gut, staunt Bartmann. Auch, weil es sich um die Bürowelt der 50er und 60 er Jahre handelt, als Evaluation und Effizienz noch nicht das A und O waren, sondern man sich ausgiebig mit Wichtelmännchen befassen durfte, volkskundlich versteht sich. Und absolut harmlos, wie Bartmann feststellt, der sich auch mal langweilt mit diesem Buch. Wirklich bedauerlich scheint ihm allerdings die Unübersetzbarkeit der niederländischen Sprachregister. Im Original, so mutmaßt der Rezensent, wird das für Schwung sorgen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

J.J. Voskuil

J.J. Voskuil, geboren 1926 in Den Haag, war ein niederländischer Romanautor. Sein bekanntestes Werk ist der epische Romanzyklus "Het Bureau" ("Das Büro"). Er wurde 1997 mit dem Ferdinand Bordewijk Prijs ... mehr lesen

Bücher zum gleichen Themenkomplex

Margriet de Moor: Melodie d'amour. Roman

Cover: Margriet de Moor. Melodie d'amour - Roman. Carl Hanser Verlag, 2014.
Carl Hanser Verlag, München 2014.
Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen. In einem Roman aus vier miteinander verknüpften Geschichten erzählt Margriet de Moor von den Spielarten der Liebe: ein alter Mann, der… … mehr lesen

Saskia Goldschmidt: Die Glücksfabrik. Roman

Cover: Saskia Goldschmidt. Die Glücksfabrik - Roman. dtv, 2014.
dtv, München 2014.
Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke. Mordechai de Paauw blickt, 97-jährig, auf sein Leben zurück: desillusioniert, überheblich, hilflos. Ende eines Titans. Als er in den dreißiger Jahren auf … mehr lesen

Jan Wolkers: Türkischer Honig. Roman

Cover: Jan Wolkers. Türkischer Honig - Roman. Alexander Verlag, 2013.
Alexander Verlag, Berlin 2013.
Aus dem Niederländischen von Rosemarie Still. Leidenschaftlich lieben sich der namenlose Ich-Erzähler, ein Bildhauer, und die junge Olga. Wie im Rausch leben sie in seinem Atelier in Amsterdam… … mehr lesen

Leon de Winter: Ein gutes Herz. Roman

Cover: Leon de Winter. Ein gutes Herz - Roman. Diogenes Verlag, 2013.
Diogenes Verlag, Zürich 2013.
Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers. Ein junges marokkanisches Fußballteam hält Amsterdam in Atem. Ein halbkrimineller jüdischer Geschäftsmann entdeckt plötzlich seine Bestimmung. Väter und Söhne … mehr lesen

Pieter Webeling: Das Lachen und der Tod. Roman

Cover: Pieter Webeling. Das Lachen und der Tod - Roman. Karl Blessing Verlag, 2013.
Karl Blessing Verlag, München 2013.
Aus dem Niederländischen von Christne Burkhardt. Der Held und Ich-Erzähler dieses Romans, Ernst Hofman aus Amsterdam, ist von Beruf Komiker. Er lebt für den Applaus und von dem… … mehr lesen

Archiv: Buchautoren