Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Israel Hameiri

Symbiose

Roman

Cover: Symbiose

dtv, München 2003
ISBN-10 3423243325
ISBN-13 9783423243322
Taschenbuch, 200 Seiten, 15,00 EUR

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Klappentext

Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Die Natur im Norden Galiläas ist wild und großartig, das kleine Reservat, in dem eine Handvoll Menschen zusammen lebt und arbeitet, eine entlegene, zeitferne Idylle, die jedoch plötzlich bricht: Eines Morgens erscheint die junge Soldatn Ruthi nicht zum Dienst. Die Suche nach ihr bleibt erfolglos, das sich mehr und mehr verwirrende Rätsel um ihr Verschwinden versetzt die Bewohner der Enklave in eine schier unerträgliche Spannung. Was verbirg Daniel, Biologe und Chef der Siedlung, der jede Frau, die im Laufe der Zeit zu der Gruppe stieß, zu seiner Geliebten gemacht hat? Und warum beharrt Nati, der wegen seiner Homosexulaität aus der Armee entlassen worden war, plötzlich darauf, im Reservat zu bleiben?

Rezension Perlentaucher

Die Konventionen des Genres bleiben aufgeschoben, alles aber, was Kriminalliteratur ausmacht, findet sich aufgehoben in der Psyche Daniels, die der Schauplatz dieses Romans ist. "Symbiose" ist ein Meisterwerk der Kriminalliteratur und der Literatur, und damit eines der Bücher, die einem klar machen können, warum, im Ernstfall, eine Unterscheidung zwischen beidem sinnlos wird...
Lesen Sie mehr von Ekkehard Knörer in 'Mord und Ratschlag'

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2004

In einen verdorbenen Ort der Unschuld wurde Jakob Hessing von Israel Hameiris Debütroman versetzt: ein Naturschutzgebiet im Norden Israels, das als "Metapher für die historischen Prozesse" im Land fungiert, geleitet vom Ich-Erzähler Daniel, der sich in der vermeintlichen Idylle eingerichtet hat wie das Alphatier in "Freuds Urhorde". Ironisch und mit "dem schwarzen Humor israelischer Maskenspiele" entfalte der Autor eine "hintergründige" Kriminalgeschichte und inszeniert durch das Schweigen des Ich-Erzählers hindurch die Enthüllung eines Mordes, berichtet der Rezensent. Hinter dieser Handlung jedoch und hinter den Beschreibungen einer überschaubaren Menschengruppe und ihrer Verhältnisse in einem überschaubaren Raum lasse Hameiris "die Mechanismen einer ganzen Gesellschaftsordnung" aufscheinen, in der das Recht das Stärkeren herrscht, lobt Hessing - und dies ausgerechnet durch die Stimme des Stärksten.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2003

Der Ich-Erzähler ist Leiter eines Naturreservats in Galiläa, die Geschichte, die er erzählt, indem er sie zu guten Teilen verschweigt, spielt sich ab zwischen wilder Landschaft und Unwettern, die, so der Rezensent (Kürzel sab.), die "Kulisse" sind für eine "kriminalistische Handlung". Früh schon gerät der Leser ins Zweifeln, was die Vertrauenswürdigkeit dieses Erzählers angeht, das Unwetter, auf das der Roman sich zubewegt, wird jedoch die Spuren verwischen, kurz bevor alles aufgedeckt wird. Um "Spannung" geht es dem Roman, meint der Rezensent, und um "psychologische" Verankerung der Geschichte. Überzeugend gelungen freilich scheint ihm das Werk nicht, weil vieles zu "vorhersehbar" bleibt.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.05.2003

Israel Hameiris Roman "Symbiose" gibt den Blick auf eine abgeschlossene Kleingruppe frei, welche scheinbar harmonisch in einem Naturreservat lebt. Bis eines Tages ein Verbrechen geschieht und der Protagonist die Untersuchungen leiten muss, obwohl er, wie der Leser gebannt aus seinen Monologen erfährt, mehr weiß... Bewundernd tituliert Tobias Gohlis den Roman als sprachlich faszinierende Charakterstudie. Herausgekommen ist hier eine Beschreibung einer scheinbar harmonischen Mikrogesellschaft, welche an der Verdrängung der ihr innewohnenden Gewalt schier zerbricht, so der Rezensent.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

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07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

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19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

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