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Inszenierung von Authentizität
Theatralität Band 1
Klappentext
Herausgegeben von Erika Fischer-Lichte und Isabel Pflug unter Mitarbeit von Christian Horn und Matthias Warstat. Der vorliegende Band stellt einen Beitrag zur Debatte um Status und Begriff von Wirklichkeit dar. Es geht um die Frage ihres Konstruiertseins oder ihrer empirischen Vorgängigkeit, um die Frage ihrer Ästhetisierung und damit um die Frage nach der Gültigkeit der für unsere Kultur traditionellen Entgegensetzungen der positiv besetzten Begriffe Sein, Wahrheit, Authentizität mit den negativ besetzten Schein, Simulation, Simulakrum. In dieser Debatte fällt dem Inszenierungsbegriff eine Schlüsselfunktion zu. Denn Inszenierung lässt sich zwar einerseits als "Simulation" begreifen; andererseits ist aber gerade diese Simulation allein dazu fähig, Sein, Wahrheit, Authentizität zur Erscheinung zu bringen. Unter dem Oberthema "Inszenierung von Authentizität" haben sich die Autoren dieses Bandes mit der kulturellen Bedeutung des Inszenierungsbegriffs auseinandergesetzt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.09.2000
Theatralität - ein weiter Begriff, ein weites Feld, das in den letzten Jahren die Kulturwissenschaften zu beackern begonnen haben, dank eines von der DFG ins Leben gerufenen interdisziplinären Forschungsprogramms, über dessen theoretische Implikationen Marco Baschera in seiner Rezension ausführlich berichtet. Als widersprüchliche Begrifflichkeiten lassen sich Inszenierung und Authentizität neu und anders zusammenbringen und in den verschiedensten Bereichen durchspielen. Baschera verweist auf einige interessante Aufsätze des Sammelbandes, u.a. den der Ethnologen Klaus-Peter Köpping und Burkhard Schneppel, die den Blick des Fremden auf sich als eine Art "theatralischer Verdoppelung am eigenen Leib" beschreiben und für ihre Wissenschaft fruchtbar machen. Hierbei geht es um die reflexive Dimension des Theaters, wie Baschera schreibt. Es gebe nämlich einen wesentlichen Unterschied zwischen theatraler und medialer Inszenierung, den viele Autoren des besprochenen Bandes leider außer Acht ließen. Dort, wo sich die Medien dazwischenschalteten, im Bereich der Werbung oder Politik, gehe es darum, die Mittel der Inszenierung unsichtbar zu machen, das Theaterhafte der Darstellung zu verwischen. Das kritische Moment der Inszenierung von Authentizität geht dabei verloren, merkt der Rezensent an.
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