Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Inge Brose-Müller

Humboldt und Charlotte

Eine Freundschaft in Briefen

Cover: Humboldt und Charlotte

wjs verlag, Berlin 2010
ISBN-10 3937989617
ISBN-13 9783937989617
Gebunden, 251 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Als die Pfarrerstochter Charlotte Diede infolge der Napoleonischen Kriege ihr gesamtes Vermögen verliert, wendet sie sich Rat suchend an Wilhelm von Humboldt, dem sie in ihrer Jugend persönlich begegnet ist. Er unterstützt sie und bleibt mit ihr bis zu seinem Tod in Briefen verbunden, die der unglücklichen Charlotte Lebenselixier werden, die aber auch für Humboldt von großer Wichtigkeit sind. Er gibt darin nicht nur viel von seiner Persönlichkeit und seiner Ideenwelt preis, sondern formuliert seine Gedanken derart, dass sie der Freundin - und damit auch dem Leser von heute - verständlich werden. Die später unter dem Titel "Briefe an eine Freundin" veröffentlichten Texte gehören noch immer zu den bedeutendsten Zeugnissen der deutschen Briefliteratur. Auf sehr persönliche Weise schildert die Autorin das Verhältnis zwischen Humboldt und Charlotte, beleuchtet den zeit- und kulturgeschichtlichen Hintergrund der Epoche und versucht, "das männliche und das weibliche Prinzip" in Humboldts Schriften mit den Ideen seiner Zeitgenossen zu verbinden. Sie spürt der Herkunft des "Wahren, Guten, Schönen" nach, das Humboldt und Charlotte von Jugend an begeistert hat, und sie greift die Italiensehnsucht der Klassik in der dichterischen Spannung zwischen Norden und Süden auf. Das Buch öffnet nicht nur den Blick auf Humboldts Gedankenwelt in seiner Zeit, es schildert zugleich das Dasein einer bürgerlichen Frau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.08.2010

Gustav Seibt delektiert sich an einem Hauch erotischer Bizarrerie. Der entsteigt einem Buch von Inge Brose-Müller über die Brieffreundschaft zwischen Wilhelm von Humboldt und Charlotte Diede. Seibt schätzt die Entscheidung der Autorin, dem Leser die erhaltenen Humboldtschen Briefe nicht rein chronologisch, sondern auch nach Themen geordnet zu präsentieren, weil dadurch auf geringem Raum Essenzielles zusammenkommt. So gereicht der Band dem Rezensenten zur empfehlenswerten Einführungslektüre in die durchaus pikante Beziehung Humboldt/Diede, hier garniert mit nach Seibts Dafürhalten unbedingt langsam zu lesenden "vorzüglichen" Textproben der Humboldtschen Lebens-, Resümier- und Schreibkunst und mit "Feingefühl" und "breitem Wissen" erarbeitet von Inge Brose-Müller.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren