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Klappentext
Ungekürzte Lesung von Walter Kreye. Aus dem Ungarischen von György Buda. Nach Jahrzehnten ist es soweit. An einem heißen Sommertag macht sich der Mann in Begleitung seiner Frau auf, um Buchenwald, die Stätte seiner Erniedrigung und Leiden, zu besuchen. Er schlüpft dazu in die Rolle des überlegenen Fremden. Sie soll ihm erlauben, standzuhalten und abzurechnen, ein für allemal. Aber es kommt anders. Das KZ-Tor mit dem bekannten Spruch ist zwar da. Doch was dahinter war, die Vergangenheit, ist abgeräumt worden, fehlt. Ihm ist der Sieg verwehrt. Ganz allein also muß der Spurensucher fertig werden mit seiner Verlorenheit in einer nur allzu "normalen" Gegenwart - die den Erregten für Augenblicke höllisch verzerrt anbleckt.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2003
Beinahe beschämt bezichtigt sich der Rezensent einer Neugier, wie sie sich normalerweise beim Lesen eines Kriminalromans einstellen würde. Ja, und? - möchte man fragen, denn kann einem Hörbuch Besseres geschehen, als dass man ihm gespannt bis zum Ende lauscht? Dass Martin Z. Schröder dem "Spurensucher" so gebannt zuhört, liegt seiner Meinung nach an Walter Kreye, der die Erzählung vorträgt "wie ein harmloses Märchen", wie ein Stück Fiktion, obwohl alle wüssten, meint der Rezensent, dass keine fiktiven Orte und fiktiven Geschehnisse verhandelt würden, sondern reale Verbrechen. Die Begriffe KZ, Nationalsozialismus, Buchenwald, Holocaust tauchten im Text auch keinmal auf, so Schröder, stattdessen verlasse sich Kertesz auf das Wissen seiner Leser, wenn er die Geschichte verallgemeinere und in einer unbestimmten Zeit an einem unbestimmten Ort spielen lasse. Die Erzählung erhalte auf diese Weise etwas Geheimnisvolles, dem der Hörer auf die Spur zu kommen trachte, auch wenn die Geschichte am Ende eine ganz andere Wendung nehme als erwartet: "Der Spurensucher" ist eben doch kein Kriminalroman.
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