Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Immanuel Wallerstein

Die große Expansion

Das moderne Weltsystem III: Die Konsolidierung der Weltwirtschaft im langen 18. Jahrhundert

Cover: Die große Expansion

Promedia Verlag, Wien 2004
ISBN-10 3853712231
ISBN-13 9783853712238
Gebunden, 463 Seiten, 34,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von David Mayer. Mit dem dritten Band des "Modernen Weltsystems" setzt Immanuel Wallerstein sein monumentales Werk über die Geschichte der Neuzeit fort. Es ist eine eindrucksvolle Wirtschafts- und Sozialgeschichte aus globalhistorischer Perspektive, deren Hauptaugenmerk auf die Herausbildung von Zentrums- und Peripherieräumen gerichtet ist. Wallerstein verfolgt jene Phänomene, die heute unter dem Stichwort "Globalisierung" die Debatte beherrschen, lange Jahrhunderte zurück. Das kapitalistische Weltsystem und seine von Arbeitsteilung, Akkumulation und ungleichen Abhängigkeitsverhältnissen geprägte Logik lassen zwei wichtige Ereignisse des 18. Jahrhunderts in einem neuen Licht erscheinen: die Industrielle Revolution und die Französische Revolution.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.03.2005

Ziemlich dürftig findet Rezensent Malcolm Dunn dieses Werk des amerikanischen Soziologen Immanuel Wallerstein, das zwei Punkte der herkömmlichen Geschichtsschreibung gerade rücken möchte: In Großbritannien habe sich keine "industrielle Revolution" und in Frankreich keine "bürgerliche Revolution" zugetragen. Dabei wischt Dunn die Argumente Wallersteins als irreführend, verwegen und gar als Zumutung vom Tisch. Denn auch für Wallerstein sei schließlich unbestritten, dass sich im 18. Jahrhundert in Großbritannien die Produktivkräfte erheblich umgewälzt haben und und in Frankreich zweifellos auch etwas passiert sei. Von Wallersteins Darstellung erfährt man leider nicht viel, denn der Rezensent scheint sie für so hanebüchen zu halten, dass er sich nicht die Mühe macht, sie darzulegen. Man ahnt nur, dass es dem Marxisten Wallerstein darum geht zu belegen, dass die Französische Revolution nicht dem Antagonismus von Bürgertum und Adel entsprang. Meist begnügt sich der Rezensent mit einem zitierten Halbsatz, über den er dann weidlich spotten kann.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2005

1989 im englischen Original erschienen, ist der dritte Band von Immanuel Wallersteins "Monumentalwerk" über das "moderne Weltsystem" nun endlich übersetzt worden. Und setzt, schreibt H. D. Kittsteiner, seine Historiographie der Ernüchterung fort. Die Französische Revolution? Kein "revolutionärer Antifeudalismus", sondern eine "antikapitalistische Reaktion"."Und der amerikanische Unabhängigkeitskrieg mit all seinem demokratischen Pathos?" Verteilungskämpfe der Sieger. Denn bestimmt wurden all diese Vorgänge vom Weltmarkt, der in seinen globalen Dimensionen durch die Expansionen der europäischen Nationen entstand, deren Konkurrenz die geschichtlichen Ereignisse bestimmte. Die Akteure hießen im 18. Jahrhundert England und Frankreich. England siegte, Mutterland und Kolonien stritten sich um die Beute. Ein Klassiker der Geschichtsschreibung, meint Kittsteiner, der allerdings vom Leser durch die Lektüre von Ergebnissen der neueren, "interaktiven Geschichtsschreibung" ergänzt werden sollte, die nicht mehr von Europa als Zentrum und Schaltzentrale ausgeht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren