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Aus dem Archiv
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Klappentext
Konrad II. (1024?1039) war der erste hochmittelalterliche Kaiser der drei Reiche Deutschland, Italien und Burgund. Obwohl er scheinbar aus dem Nichts kam, setzte sich der erste Salier in erstaunlich kurzer Zeit gegen alle seine Widersacher durch. In seiner Biographie Konrads II. lotet der Mediävist Herwig Wolfram die Gründe für den Erfolg des ersten Saliers aus. Konrad und seine Frau Gisela, deren einflußreiche Rolle als engste Ratgeberin des Kaisers Wolfram herausstellt, gewinnen so neue und zugleich vertraute Züge.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.06.2000
Friedrich Prinz beginnt mit einem Hinweis auf seine Besprechung eines anderen Buches, nämlich der Biogafie Heinrichs II. von Stefan Weinfurter. Heinrich war der Vorgänger Konrads und die beiden Herrscher sind traditionell als gegensätzliche Charaktere beschrieben worden. Sowohl Weinfurter als auch Herwig Wolfram sind jedoch unabhängig voneinander zu ganz anderen Ergebnissen gekommen und haben ihren Gegenstand durch "Entideologisierung" von den entsprechenden Zuschreibungen befreit, lobt der Rezensent. Bei Konrad II ging es offenbar vor allem darum, sein durchaus "effektives, pragmatisches Vorgehen" in Ausweitung und Sicherung des Reichs trotz eines kriegerisches, "barschen" Wesens herauszuarbeiten. Etwas kurz geraten scheint das Kapitel über Konrads II Frau, Kaiserin Gisela, die allerdings von Wolfram als "politische Persönlichkeit ersten Ranges" durchaus ernsthaft gewürdigt wird (und auch der Hinweis auf Schönheit und goldblondes Haar fehlt natürlich nicht!). Erfreut äußert sich Prinz auch über den "unterhaltsamen" Stil des Autors, der "mit zeitgenössischen Vergleichen und Assoziationen" aufwartet. Alles in allem ein "reifes, hervorragendes Werk mit großer Perspektive", meint Friedrich Prinz.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.04.2000
Voll Anerkennung äußert sich Johannes Fried über diese Darstellung des Lebens Konrad II.. Er lobt die große Sachlichkeit, mit der sich der Mediävist und Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung seines Themas angenommen habe. Als "hervorragender Kenner der Quellen" sei es Wolfram gelungen, die Gefühls- und Denkwelt des Kaisers nachzuzeichnen und ihn als "Pragmatiker" und "Realpolitiker" vorzustellen. Damit betreibe Wolfram eine "Heldendemontage", die sich erfreulich von den "vollsaftigen" Studien früherer Forschung abhebe. Diese Biografie, so die Prognose Frieds, wird der "künftigen Salier-Forschung unentbehrlich" sein.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000
Das Mittelalter wird uns zunehmend fremder, beklagt Reinhard Lebe, auch wenn Umberto Eco, die Mainzer Salier-Ausstellung und verschiedene Bücher das ihre versucht haben, Interesse für jene entschwundene Epoche zu wecken. Der Mittelalterhistoriker muß sich `auf meist sprödes und lückenhaftes Quellenmaterial` stützen, zitiert der Rezensent den Autor, eine psychologisch schlüssige, vollwertige Biografie könne daher niemand erwarten. Um so lobenswerter findet es Lebe, daß es dem Autor gelungen ist, "ein mehr als schemenhaftes Porträt-Puzzle Konrad II. herzustellen". Wenn das kein zweifelhaftes Lob ist! Aufgrund der Materialfülle sei die Wolframsche Biografie "keine leichte Lektüre", schreibt Lebe weiter, aber komme "gewandt", wenn nicht gar manchmal salopp daher.
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