Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Spätherbst 1943. Nachdem Ännchen Schwalbes Vater Judensterne auf die jüdischen Bücher seiner Lüneburger Buchhandlung geklebt hat, wird er von der SS abgeholt. Eines Tages ist auch die Mutter verschwunden, und das 14-jährige Ännchen wird zu Bauern nach Bredenbock in die Lüneburger Heide geschickt. Dort lernt sie den russischen Fremdarbeiter Sergej kennen. Als sie erfährt, dass die SS die Fremdarbeiter des Dorfes abholen soll, beschließt sie, mit Sergej zu fliehen ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2002
Dieser Jugendroman über die Flucht einer fünfzehnjährigen Deutschen und eines jungen russischen Zwangsarbeiters in den letzten Kriegswochen vor der SS hat Rezensent Wilfried von Bredow "ganz und gar" überzeugt. Die Stärken des Autor liegen Bredow zufolge in präzisen Beschreibungen des sozialen Milieus. Deshalb findet er die Schilderung der kurz vor dem Zerfall stehenden Kriegsende-Gesellschaft samt ihres Verwahrlosungsdruckes im Buch so gelungen. Ohne Beschönigung und atmosphärisch dicht habe Schulz die Umstände der Flucht seines Protagonistenpaares Ännchen und Sergej geschildert, sehr einfühlsam die Kameradschaft und "weitgehend entsexualisierte Zärtlichkeit" der beiden beschrieben.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002
Hermann Schulz erzählt eine Geschichte aus dem Krieg, einfühlsam, historisch genau und in einer schlichten Sprache, die Cathrin Kahlweit überzeugt hat. Im Mittelpunkt des Geschehens aus dem zweiten Weltkrieg steht ein Mädchen, das seinen Kosenamen Ännchen nicht ablegen kann, weil ihm die Familie abhanden gekommen ist. Es gerät in eine Pflegefamilie auf dem Land, wo es auch Fremd- und Zwangsarbeiter gibt, und einen von ihnen, einen Russen, begleitet Ännchen wie selbstverständlich auf der Flucht durch Deutschland. Flucht und erste Liebe, Hunger, Kälte und Verfolgung werden von Schulz ebenso unspektakulär wie poetisch geschildert, lobt Kahlweit. Am Ende werden die beiden, fast verhungert, von den Alliierten aufgegriffen; Ännchen wird wieder gesund und findet ihren Vater, während der junge Mann sehnsuchtsvoll gen Russland entschwindet. Ein Buch, das Kahlweit beeindruckt hat, weil hier kindliche Stärke völlig selbstverständlich geschildert wird.
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