Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Drei Tagwanderungen auf einem Weg, der früher einmal reuige Pilger nach Compostela führte, nun eine gefahrlos ausgeschilderte Kulturstrecke. Es ergeben sich aber noch genügend Gefährdungen: Zwei Menschen, nach dem Verlust einer Liebe in solitäre Überlebenstechniken verstrickt, ergeben sich einer Wegsuche aus Abwehr und Sehnsucht, verfolgt von Erinnerungen und immer neuen Träumen vom Gelingen. Und da sie eine Frau und ein Mann sind auf einem zufälligen Wegstück, bleiben sie in ganz getrennte Phantasiegeschichten verstrickt und verfehlen sich öfter.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.03.2001
Keinen Reisebericht der heiteren Art, sondern einen "Seelenführer", für den es Mut braucht, sieht der Rezensent Uwe Herms in diesem Buch: "denn die ersehnte Wanderidylle des Daseins enthüllt alsbald ihre Schrecken". Tief beeindruckt ist der Rezensent von dem hier in drei Kapiteln dargestellt Leidensweg eines "traumatisierten Ichs", dessen "Aussichtslosigkeit... sich als literarischer Glücksfall für dieses Buch erweist." Die Reise führt nicht nach Santiago de Compostela, sondern erscheint dem Rezensenten als Lehrpfad, auf dem der Leser "der hoffnungslosen Verworfenheit des Menschen als gewalttätiges und mitleidloses Unwesen und Opfer" begegnet. Somit keineswegs ein erbauliches Naturgemälde, sondern ein "Tryptichon" sei hier mit "sehr viel erzählerischer Detailkunst" entstanden. Für den Rezensenten jedenfalls ein kleines Meisterwerk, vor dem er andächtig verharrt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 30.12.2000
Sabine Peters äußert sich sehr positiv über Hermann Kinders neues Buch. Nicht nur weil seine Figuren sich einer genauen Zuordnung ihrer Geschlechtlichkeit entziehen. Darin sieht die Rezensentin den besonderen Reiz des Textes. Sondern auch wegen der dem Schriftsteller eigenen Mischung aus "Sprödigkeit und Zartheit", die dem Grundthema von "Krähengeschrei", der Liebe und der Vergänglichkeit, eine besondere Note verleihe. Ganz ohne Gefühlsduselei und Kitsch, in einer äußerst präzisen und sensiblen Sprache zeigt der Autor, so die Rezensentin, wie man Intellektualität und Lust an der Natur miteinander verbinden kann.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2000
Hier wird, lesen wir bei einem mit "A.W." kürzelnden Rezensenten, nicht in die Ferne geschweift, im Gegenteil. "In drei Tagen werden auf engstem Raum nur wenige Kilometer zurückgelegt". Aber um die Route gehe es auch nicht wirklich, meint "A.W.". Keine "intimen Einblicke in Land und Leute des Thurgaus" also, sondern "Spracherregungen, die einzig das Innenleben des Erzählers" offenbarten - manchmal, wenn man dem Rezensenten glauben darf, nicht unbedingt ein Vergnügen, da das Innenleben des Autors kein sehr Freudiges ist.
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