Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Hermann Graml, A. L. Smith jr.
Stadt des Menschenraubs - Berlin 1945 - 1961
Klappentext
Im November 1996 berichtete eine deutsche Zeitung, in den Akten der Berliner Polizei seien mehr als hundert ungelöste Fälle von Menschenraub seit den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Die Reaktion der Leser wäre vielleicht stärker ausgefallen, hätte die Zeitung auch erwähnt, daß die ungelösten Fälle nur einen Bruchteil der vielen hunderte von Entführungen darstellten, die es in Berlin zwischen 1945 und 1961 tatsächlich gegeben hat. Diese unglücklichen Menschen waren nicht zufällige Opfer, in den Straßen des besetzten Berlin willkürlich ergriffen, vielmehr Gefangene in einem Netz aus Terror, mit dem die Kommunisten die Stadt überzogen hatten. Es handelte sich um Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen zu Bauern im nachrichtendienstlichen Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion geworden waren.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2005
Der Rezensent Henning Köhler findet offensichtlich reichlich spannende Lektüre in diesem Buch über Menschenraub zwischen Ost und West im Berlin zwischen Kriegsende und Mauerbau. Jedenfalls erzählt er gleich mehrere Fälle im Detail aus dieser "Gemengelage zwischen Idealisten und Politganoven" nach, unter anderem den des Doppelagenten und Anwalts Hans Kemritz, der sogar eine vorübergehende Trübung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses verursachte. In Anbetracht dieses faszinierenden Inhalts findet Köhler es offensichtlich auch verzeihlich, dass "der Titel ungenau ist, die Übersetzung schlecht, das Ganze unübersichtlich gegliedert". Dafür enthält der Anhang des Buches interessante "Quellen unterschiedlicher Provenienz, die ganz verschiedene Fälle beleuchten".
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