Bücherschau der Woche
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Klappentext
Hermann Glaser erzählt die wichtigsten Details und Zusammenhänge aus den Kulturgeschichten der drei Nachkriegsrepubliken: BRD, DDR und "Berliner" Bundesrepublik". Von einem erweiterten Kulturbegriff ausgehend, reflektiert er deren Erfahrungen, Errungenschaften und Defizite für die Zukunft, die bekanntlich Herkunft benötigt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.06.2004
Eberhard Rathgebs Urteil über diese deutsche Kulturgeschichte des ehemaligen Kulturdezernenten der Stadt Nürnberg Hermann Glaser fällt einigermaßen zwiespältig aus. Angesichts des Umstandes, dass Glaser bereits Ende der achtziger Jahre eine erste, dreibändige "Kulturgeschichte der Bundesrepublik" vorgelegt hatte, nennt der Rezensent das insofern inzwischen zwanzigjährige Leben der deutschen Kulturgeschichte "an Glaser Seite" einerseits "eine schöne Beziehung" - und lobt, dass Glaser, weil er "bei seiner Herzensdame" nie mit dem Stoff ringen müsse, immer wie einer schreibe, der "nicht ins Schwitzen kommt und sich verkrampft". Auf der anderen Seite werde die deutsche Kulturgeschichte an Glasers Seite "immer dünner", und das nicht nur buchstäblich (nach dem erwähnten über tausendseitigen Werk, erfährt man, schob Glaser 1997 eine über fünfhundertseitige "Deutsche Kultur. 1945-2000" nach, und das besprochene Buch schließlich hat, obgleich ein größerer Zeitraum behandelt wird, nun nur noch 336 Seiten): Wer "die dicke" oder "die propre" Kulturgeschichte Glasers kenne, "der braucht die neue nicht zu lesen", so der Rezensent. War die erste für Rathgeb "die größte Fundgrube für Thesen, Ereignisse, Namen und Zitate, so will er Glasers jüngste Kulturgeschichte aber immerhin noch als "beste Aufforderung für Anfänger" gelten lassen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.03.2004
Axel Schmidt stellt Hermann Glaser als Verfasser einer dreibändigen "Kulturgeschichte der Bundesrepublik" vor, betont aber, dass die vorliegende "Kleine deutsche Kulturgeschichte" keineswegs ein "Kondensat" dieses Werkes ist, wie man annehmen könnte. Glaser hat diesen Band über die deutsche "Kulturlandschaft", vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart nämlich nicht nur um die Perspektive auf die Sowjetisch Besetzte Zone und die DDR erweitert, sondern auch seine Ausführungen in geschlossene Geschichten gegliedert, erklärt der Rezensent. Als "Glanzstück" des Bandes lobt er das erste Kapitel, in dem es um den kulturellen Neuanfang nach 1945 geht. Allerdings findet er, die "Metaphorik der "Stunde Null" werde von Glaser etwas zu stark betont, während die kulturellen "Kontinuitäten" aus der Zeit vor Kriegsende weitgehend ignoriert würden. Vom dritten Kapitel, in dem der Autor vergleichende Blicke auf die ost- und die westdeutsche Gesellschaft wirft, ist der Rezensenten weniger überzeugt. Hier, meint Schmidt, zeigt sich doch sehr deutlich, "wie fremd" dem Autor ostdeutsche Kultur bleibt. Außerdem stört ihn, wie "trocken" Glaser die Politik der Zeit referiert. Auch die "ausführlichen" Zusammenfassungen und Zitate der Literatur sind ihm zu viel. Doch alles in allem ein Buch, dass Appetit auf eine eingehendere "Beschäftigung mit der deutschen Kulturlandschaft" macht, lobt der Rezensent ganz zufrieden und verweist auf die ausführliche Literaturliste zum Weiterlesen.
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