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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Hermann Bausinger
Typisch deutsch
Klappentext
Was ist typisch für die Deutschen? Sind sie Autonarren, Sandburgenbauer und disziplinierte Fußballer? Wie steht es mit der deutschen Gemütlichkeit, mit der Naturbegeisterung, Ordnungsliebe und dem deutschen Fleiß? Was ist dran an der Behauptung, die Deutschen hätten keinen Humor? In diesem Buch kommt manch typisch Deutsches auf den Prüfstand.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Typisch deutsch? - mehr bei C.H. Beck
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.07.2000
Dieses Buch, so meint der Rezensent mit dem Kürzel rm, greift den Unterschied zwischen dem auf, was Fremde in den Deutschen sehen und was Deutsche tatsächlich an "typisch deutschen" Merkmalen aufweisen. Der Autor habe etwas gegen "Festlegungen", bemerkt der Rezensent und lobt dann den Ansatz Bausingers, zeigen zu wollen, "was Fremde sehen wollen", wenn sie nach Deutschland kommen. Das Buch mache "plausibel", dass sich Deutschland einerseits verändert habe und dass andererseits die alten Zuschreibungen wie der "röhrende Hirsch überm Sofa" nicht nur noch zu finden seien, sondern tatsächlich von Besuchern gewünscht und gesucht würden, so der Rezensent angetan.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 25.04.2000
In einer Doppelrezension bespricht Sabine Vogel zwei Bücher, die sich mit der Frage beschäftigen: Was ist wohl "typisch deutsch"?
1) Hermann Bausinger: "Typisch deutsch" (C. H. Beck)
Dieses Buch hält die Rezensentin für nur bedingt aufschlussreich, da sie mit Bausingers "methodischen Instrumentarium" nicht einverstanden ist. Ihrer Ansicht nach reicht es nicht aus, wenn man in Deutschland verbreitete Angewohnheiten beschreibt, ohne dies in den "Kontrast des Fremden" zu stellen. Bausinger jedoch berichte "aus der Innenperspektive" und vernachlässigt die Sicht von außen ihrer Meinung nach zu sehr. Es erschliesst sich ihr nur selten, was an den "typisch deutschen" Eigenarten denn so typisch sein soll. Als Beispiel führt sie die "Kleinräumigkeit und Enge" auf, die ihrer Ansicht nach weniger typisch deutsch, als eher eine Eigenart europäischer Städte ist, die sich einst durch einen Ortskern mit Stadtmauer entwickelt habe. Außerdem stört sie sich daran, dass Bausinger ihrer Ansicht nach unter "deutsch" vor allem "westdeutsch" versteht, da er die Ansicht vertritt, die Bevölkerung der DDR habe sich nicht in eine "gesamtdeutsche Identität"eingefügt, sondern eine "eigenes Profil" entwickelt.
2) Pascale Hugues: "Deutsches Glück" (DVA)
Diesem Buch gesteht die Rezensentin immerhin einen gewissen Unterhaltungswert zu, wenn sie auch einräumt, dass man möglicherweise nicht nur etwas über Deutsche, sondern auch über Franzosen (oder doch nur die französische Autorin?) erfährt. Immerhin ist hier die Sicht von Außen gegeben: Bissig kommentiere die Autorin ihren Eindruck von schlecht gekleideten Atomkraftgegnern, deutschen Müttern und Küchen mit abgestandenen Zwiebelgeruch und Wachstuchtischdecke. Allerdings beschreibe die Autorin - nicht ohne Selbstironie -, dass sie nach und nach zu dem Schluss gekommen ist, dass auch schlechtgekleidete Menschen, die nicht "unter allen Umständen auf einem guten Essen" bestehen und auch Frauen, die sich nicht ständig die Beine rasieren, bisweilen beeindruckend und sympathisch sein können. Die Stärke des Buches liegt nach Ansicht der Rezensentin vor allem darin, dass die Autorin durch ihre Schilderungen von Erlebnissen und Personen Begriffe wie "deutsche Gemütlichkeit" plastisch zu vermitteln weiß.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2000
Oliver Schmitt, man merkt es gleich, ist skeptisch was Typisierungen angeht. Mit diesem Buch kann er sich jedoch sogleich anfreunden, weil der Autor selbst diese Vermessung des deutschen Charakters "auf sympathische Weise fragwürdig" findet. Bausinger prüfe sorgfältig vom Nibelungenlied bis zur ‚Kanakensprache‘ der Kölner Rap-Band ‚Sons of Gastabeita‘ und komme zu dem Schluß, dass typisch deutsch "‘das lebendige Bewußtsein regionaler Unterschiede‘" sei, welches eine Typisierung gerade erschwere. Eine Auffassung, die Schmitt zu billigen scheint: "Was dem Schwaben sein Spätzle...das ist dem Friesen sein Teebeutel. Und dem Düsseldorfer niemals das Kölsch."
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