Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.03.2000
Bruno Steiger bespricht diesen Band zusammen mit "Alles von mir gelernt" (ebenfalls Suhrkamp) von Peter Bichsel selbst.
Die 16 Autoren der kleinen Festschrift "In Olten umsteigen", so Steiger, seien alle "freundschaftlich Zugewandte, Gratulanten" und schildern Anekdoten aus dem Leben des Dichters - wie er zum Beispiel einmal eine einstündige Radiosendung mit seiner Lieblingsmusik nach 47 Minuten abbrach, weil er einfach fertig war. Bichsel sei eben ein Mann des "Weniger ist mehr".
"Alles von mir gelernt", der Band von Bichsel selbst, versammelt Kolumnen, die er für die "Schweizer Illustrierte" verfasste, und Steiger weist darauf hin, wie sehr Bichsel diese Form liege und wie sehr ihm an ihr gelegen sei. "An den Rändern, unter dem Strich, im Nebenbei des Feuilletons", so Steiger, könne sich Bichsel dem Alltag annähern, ohne sich gleichzeitig dem Aktualitätszwang der Medien zu unterwerfen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.03.2000
In einer Doppelbesprechung beschäftigt sich Sabine Brandt mit den folgenden Büchern zu und über Peter Bichsel:
1) Peter Bichsel: "Alles von mir gelernt"
Zeitungskolumnen als für den Tag geschriebene Beobachtungen und Reflexionen sind nicht immer noch nach Jahren lesenswert, meint Sabine Brandt. Bichsel macht sie ihrer Meinung nach jedoch zu einer literarischen Form, in der das "Aussprechen von Wahrheiten" uns zur Belehrung gereicht. Und dass dieses so inspirierte Lernen nicht "mittels des erhobenen Zeigefingers" stattfindet, führt sie an der titelgebenden Kolumne gleich vor. Da denkt Bichsel nämlich über zwei Personen nach, die zunächst nichts miteinander zu tun haben: ein Clown kommentiert beim Anblick aller Vorführungen seiner Kollegen "Alles von mir gelernt", während ein anderer Mensch unbelehrbar davon überzeugt ist, man habe ihm operativ die Leber entfernt. Für Artisten ist der Wille zum Lernen überlebenswichtig, schreibt Bichsel; der "Leber-Mann" dagegen hat sich eingerichtet im Zustand des Nicht-Wissens darüber, was ihm geschieht (ein Zustand, in dem wir alle meist verharren). Andere Kolumnen beschäftigen sich beispielsweise mit der Rechtschreibreform, der Schweiz als "unbeobachtetes Land" und dem Sozialismus; auch sie werden von Brandt lobend erwähnt.
2) Herbert Hoven (Hrsg.): "In Olten umsteigen. Über Peter Bichsel"
Aus Anlass des fünfundsechzigsten Geburtstags, so verrät es der letzte Beitrag in diesem Buch über den Schweizer Schriftsteller, sind die Erinnerung an Begegnungen mit Bichsel erschienen. Unter den Autoren sind illustre Namen zu finden, schreibt Sabine Brandt, so Max Frisch und Peter von Matt, der erste Verleger des Dichters, Otto F. Walter und viele mehr. Sie beschäftigen sich, so die Rezensentin, mit seiner für ein "vergleichsweise schmales Werk" erstaunlichen Publikumsresonanz. Leider schreibt sie nicht, zu welchem Ergebnis die Freunde kommen, aber ihre eigene Würdigung in dieser Besprechung legt nahe, dass es auch in deren Erinnerungen um den leisen Humor des Dichters gehen könnte, mit dem er bei seinen Klagen über die "Unvollkommenheit und den Jammer der menschlichen Gesellschaft" sich selbst immer auch einschließt, - und damit seinen Lesern ein Stück Selbsterkenntnis ermöglicht.
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