Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Henry Miller
Reise nach New York
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Heidi Zerning. 1934 reiste Henry Miller für einige Monate nach New York, die Stadt, von der er "gehofft hatte, sie nie mehr wiederzusehen". In fassungslosem Staunen berichtet er in einem langen Brief an einen Freund mit trefflicher Ironie von seinen Eindrücken: "Alles kolossal. Das Theater selbst prachtvoll - moderne Architektur auf dem neuesten Stand. Sobald Du hustest, geht die Lüftung an - automatisch. Per Thermostat. Eine mittlere Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius, ob Winter, Frühling oder Sommer. Rauchen verboten. Überall ist Rauchen verboten, nur im Variete nicht. Das einzige, was Dir bleibt, ist furzen. Und, wie ich schon sagte, sogar das wird sofort per Thermostatregelung weggeblasen."
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2003
Dieser Text hat den Rezensenten mit dem Kürzel "A.O. schon "lange vor dem Ende" strapaziert. Autor Henry Miller habe man mit der Neuveröffentlichung dieses vor siebzig Jahren entstandenen Textes keinen Gefallen getan. Miller sei 1934, längst in Paris lebend, für einen Vortag in seine Heimatstadt zurückgekehrt, und trage nun sein "europäisches Bewusstsein wie eine Standarte" vor sich her. Enerviert stellt der Rezensent fest, dass Miller New York "fast paranoid" gehasst haben muss. Dennoch kann er den daraus erfolgten Ergüssen nichts abgewinnen. Zwar beschreibe Miller ausführlich "Exzesse in Restaurants, Bars und Etablissements". New York sei er jedoch nicht gewachsen gewesen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.11.2002
Wenn man dieses Buch aufschlägt, blättert man durch trockensten Sarkasmus, der immer und immer wieder auf die USA niedersaust, ohne sich abzunutzen. Das verspricht zumindest der Rezensent Alban Nikolai Herbst. Er ist regelrecht benommen von dieser "heilsamen political incorrectness" und ruft aus: "Also, Liebhaber Europas, kauft dieses Bändchen!". Denn Henry Miller schrieb schon 1935, was heute vielen durch die Köpfe gehe, so zum Beispiel: "Wenn ich an Amerika denke, denke ich an ein Riesenbaby, das mit Sprengstoff spielt." Der Rezensent zitiert in einem Fort die schönsten Frechheiten aus Millers Buch. Dort, wo es um Juden geht, sind sie dem Rezensenten allerdings "nicht immer ganz angenehm", weshalt auch der Verlag eine Fußnote aus dem Vorwort herausgenommen habe. Das flurbereinigte Werk sei aber ein Labsal für alle, denen Großmachtdenken und Amerikanisierung auf die Nerven fallen. "Du steckst in der Wurstmaschine" zitiert der Rezensent den Autor, "und es gibt keinen Ausweg - es sei denn, Du besteigst ein Schiff und fährst woanders hin. Und nicht mal da kannst Du sicher sein, weil die ganze beschissene Welt amerikanisch wird. Es ist eine Krankheit".
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