Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Henry Miller

Reise nach New York

Cover: Reise nach New York

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 3895615773
ISBN-13 9783895615771
Gebunden, 152 Seiten, 14,50 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Heidi Zerning. 1934 reiste Henry Miller für einige Monate nach New York, die Stadt, von der er "gehofft hatte, sie nie mehr wiederzusehen". In fassungslosem Staunen berichtet er in einem langen Brief an einen Freund mit trefflicher Ironie von seinen Eindrücken: "Alles kolossal. Das Theater selbst prachtvoll - moderne Architektur auf dem neuesten Stand. Sobald Du hustest, geht die Lüftung an - automatisch. Per Thermostat. Eine mittlere Durchschnittstemperatur von 22 Grad Celsius, ob Winter, Frühling oder Sommer. Rauchen verboten. Überall ist Rauchen verboten, nur im Variete nicht. Das einzige, was Dir bleibt, ist furzen. Und, wie ich schon sagte, sogar das wird sofort per Thermostatregelung weggeblasen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.01.2003

Dieser Text hat den Rezensenten mit dem Kürzel "A.O. schon "lange vor dem Ende" strapaziert. Autor Henry Miller habe man mit der Neuveröffentlichung dieses vor siebzig Jahren entstandenen Textes keinen Gefallen getan. Miller sei 1934, längst in Paris lebend, für einen Vortag in seine Heimatstadt zurückgekehrt, und trage nun sein "europäisches Bewusstsein wie eine Standarte" vor sich her. Enerviert stellt der Rezensent fest, dass Miller New York "fast paranoid" gehasst haben muss. Dennoch kann er den daraus erfolgten Ergüssen nichts abgewinnen. Zwar beschreibe Miller ausführlich "Exzesse in Restaurants, Bars und Etablissements". New York sei er jedoch nicht gewachsen gewesen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 21.11.2002

Wenn man dieses Buch aufschlägt, blättert man durch trockensten Sarkasmus, der immer und immer wieder auf die USA niedersaust, ohne sich abzunutzen. Das verspricht zumindest der Rezensent Alban Nikolai Herbst. Er ist regelrecht benommen von dieser "heilsamen political incorrectness" und ruft aus: "Also, Liebhaber Europas, kauft dieses Bändchen!". Denn Henry Miller schrieb schon 1935, was heute vielen durch die Köpfe gehe, so zum Beispiel: "Wenn ich an Amerika denke, denke ich an ein Riesenbaby, das mit Sprengstoff spielt." Der Rezensent zitiert in einem Fort die schönsten Frechheiten aus Millers Buch. Dort, wo es um Juden geht, sind sie dem Rezensenten allerdings "nicht immer ganz angenehm", weshalt auch der Verlag eine Fußnote aus dem Vorwort herausgenommen habe. Das flurbereinigte Werk sei aber ein Labsal für alle, denen Großmachtdenken und Amerikanisierung auf die Nerven fallen. "Du steckst in der Wurstmaschine" zitiert der Rezensent den Autor, "und es gibt keinen Ausweg - es sei denn, Du besteigst ein Schiff und fährst woanders hin. Und nicht mal da kannst Du sicher sein, weil die ganze beschissene Welt amerikanisch wird. Es ist eine Krankheit".

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren