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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hellmut Flashar

Sophokles

Dichter im demokratischen Athen

Cover: Sophokles

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406466397
ISBN-13 9783406466397
Gebunden, 220 Seiten, 24,50 EUR

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Klappentext

Die erhaltenen Werke des griechischen Dichters Sophokles, zu denen beispielsweise König Ödipus und Antigone gehören, sind feste Bestandteile unseres kulturellen Gedächtnisses geworden. In diesem Band stellt mit Hellmut Flashar ein international renommierter Literaturwissenschaftler den antiken Dichter, sein Leben, seine erhaltenen Tragödien und das einzige von ihm überlieferte Satyrspiel vor. Der Autor erläutert die politische, religiöse und zeitgeschichtliche Stellung der Stücke in der Lebenswelt der Athener. Er ordnet die Werke des Sophokles literaturgeschichtlich ein, bestimmt ihr Verhältnis zu jenen der beiden anderen bedeutenden Tragödiendichter Athens - Euripides und Aischylos - und skizziert ihre Rezeptionsgeschichte.

BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Hellmut Flashar über Sophokles - Info bei C.H. Beck

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2000

Dies ist die erste deutsche Sophokles-Monografie deutscher Sprache seit 1933 - und seither ist dem Dichter, worauf der Rezensent Albert von Schirnding hinweist, sowohl der "Faltenwurf edler Menschlichkeit" wie "der Nebelschleier des Irrationalen" abhanden gekommen. Statt dessen betone Flashar den politischen Aspekt von Sophokles` Tragödien, weise auf die unheldischen Züge der mythischen Helden hin und demonstriere, dass es um den nicht auf Kompromisse zuzuführenden Austrag "objektiver Gegensätze" geht. Schirnding lobt den Verzicht des Autors auf jede "Idealisierung", schätzt den auf alle Polemik verzichtenden Ton der Interpretationen und begrüßt auch einzelne Bezugnahmen auf gegenwärtige Aufführungspraxis.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000

Manfred Fuhrmann ist sehr angetan vom ersten deutschsprachige Buch über Sophokles seit Jahrzehnten. Er attestiert dem Spezialisten Hellmut Flashar, dass er den neben Aischylos und Euripides wichtigsten altgriechischen Dramatiker in genaue Beziehung zur griechischen Geschichte setzt und die sieben überlieferten (von 123 namentlich bekannten) Dramen überzeugend interpretiert. Er goutiert, dass Flasher seine eigene Methode fährt und keinerlei Anleihen bei neueren Schulen macht, die Fuhrmann altbacken mit dem ?französischen Strukturalismus? versinnbildlicht (der nun auch schon wieder 40 Jahre alt ist); er goutiert nicht, dass Flashar behauptet, ohne die Poetik des Aristoteles auszukommen, und sich dann doch ständig darauf bezieht.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

Nach Jürgen Paul Schwindt ist diese Sophokles-Studie des emeritierten Münchener Philologen eine überzeugende Einführung in das Werk des griechischen Dichters, die den Leser nicht mit überlangen Ausflügen in die Überlieferungs- und Interpretationsgeschichte behelligt. Denn gerade im Fall Sophokles gebe es einen philosophisch schwergewichtigen Interpretationsapparat, der über Kierkegaard, Höderlin, Nietzsche bis zurück zu Hegel reiche. Flashar beeindruckt den Rezensenten mit souveräner Geste, indem er hier und da mal eins der älteren Interpretationsmodelle anspricht, ansonsten aber völlig auf eigene Erkenntnisse setzt. Originell findet Schwindt den Vorbehalt des Autors, die griechische Tragödie nicht als `bürgerliches Trauerspiel` zu interpretieren, dessen Bestimmung die `Erbauung, Belehrung oder Erschütterung` gewesen sei. `Es hätte auch ganz anders kommen können` - dieses Motto führt Schwindt als Richtlinie für Flashars Interpretationen der sieben erhaltenen Stücke Sophokles` an, die das Kernstück des Buches ausmachen. Sie vermittelten interessante Einsichten in den sozialgeschichtlichen Kontext des attischen Dramas.

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