Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Helene Schruff

Wechselwirkungen

Deutsch-jüdische Identität in erzählender Prosa der `Zweiten Generation`

Georg Olms Verlag, Hildesheim 2000
ISBN-10 3487110318
ISBN-13 9783487110318
Gebunden, 262 Seiten, 39,88 EUR

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.09.2000

In den 20er Jahren sprach man gar von einer "jüdischen Renaissance" in Deutschland, das kulturelle Leben der jüdischen Gemeinde blühte wie nie zuvor; umso schwerer hatten es die Schriftsteller der sogenannten zweiten Generation (d.h. die Kinder der Überlebenden des Holocausts), die in der Bundesrepublik einen literarischen Start am kulturellen Nullpunkt versuchten. Und doch gibt es davon mehr als sich die erste Generation überhaupt vorstellen konnte. Andreas Kilcher berichtet über drei Bücher, die sich der jüdischen Kultur in Deutschland vor und nach 1933 annehmen.
1) Michael Brenner: "Jüdische Kultur in der Weimarer Republik"
Martin Buber sprach von einer "jüdischen Renaissance", die Wissenschaftler heute nennen es "Dissimilation": die Neuerfindung jüdischer Kultur und Tradition zu Beginn dieses Jahrhunderts. Als herausragend bezeichnet Andreas Kilcher die Studie des Münchener Historikers Michael Brenner (warum sie aus dem Englischen übersetzt werden musste, verrät der Rezensent allerdings nicht), der die Jahre der Weimarer Republik untersucht und dem Rezensenten damit zu neuen Einsichten verhilft. Brenner sieht nämlich das Aufblühen des jüdischen Kulturlebens nicht als Folge des schwelenden Antisemitismus und auch nicht als Ausdruck einer angestrengten Akkulturation; er deutet, wie Kilcher berichtet, dieses "goldene Zeitalter" vielmehr als Antwort auf die innerjüdische Erneuerungsbewegung und als Absage an die Anpassungsbemühungen der Vätergeneration.
2) Thomas Nolden: "Junge jüdische Literatur" und
3) Helene Schruff: "Wechselwirkungen"
Mit der jüngsten deutschen Erzählergeneration jüdischer Herkunft befassen sich gleich zwei Bücher, die Kilcher ohne nennenswerte qualitative Unterscheidung und Wertung rezensiert. Beiden Bücher sei gemeinsam, dass sich ihre Protagonisten - die deutsch-jüdischen Autoren und Autorinnen der "zweiten Generation" wie Honigmann, Biller, Lustiger, Menasse, Schindel, Dischereit - "ex negativo" bestimmen; denn wo sollten sie auch anknüpfen, fragt Kilcher. Sie müssten den Verlust der eigenen Tradition in Deutschland verschmerzen, außerdem fehle ihnen die positive Identifikation mit ihrer Heimat Deutschland. Helen Schruff hat laut Kilcher ihren Blick weiter schweifen lassen. Schließlich müssten sich diese Autoren auch international orientieren und damit auseinandersetzen, dass es mittlerweile ebenso eine jüdische Literatur in Israel gebe wie in Amerika, was der Neuorientierung in Deutschland schlimmstenfalls entgegen und bestenfalls zur Seite stehe.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren