Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Im Stil einer alten Chronik erzählt Heinrich von Kleist vom Aufstand des bestohlenen und gedemütigten Rosshändlers Michael Kohlhaas. Diesem gelingt es trotz intensiver Bemühungen nicht, Entschädigungen für zwei zu unrecht konfiszierte Pferde und einen schwer verwundeten Knecht zu erhalten. Was als ordentlicher Rechtsstreit beginnt, wird schließlich, als Kohlhaas' Frau beim Versuch einer Petitionsübergabe zu Tode kommt, zu einem Feldzug gegen die Obrigkeit ...Zum ersten Mal veröffentlichte Heinrich von Kleist diese Erzählung 1810 in seiner Literaturzeitschrift Phöbus. Er nimmt darin Bezug auf aktuelle politische Konflikte und den nie endenden Kampf um Gerechtigkeit in einer Welt voller Willkür und Machtmißbrauch. In der Person des Michael Kohlhaas verkörpert sich der aufbegehrende Widerständige, der weder vor Gewalt noch Tod zurückschreckt.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.11.2011
Gleich vier neu erschienene Hörbücher zu den Werken Heinrich von Kleists hat Rezensent Wolfgang Schneider verglichen und dabei festgestellt, dass Ulrich Matthes' ungekürzte Lesung des "Michael Kohlhaas" dem Vergleich mit Rolf Boysens exzellenter Interpretation nicht ganz standhalten kann. Matthes, den Schneider für seine feinsinnige Ironie und die "maliziösen", melancholischen Untertöne etwa bei seinen Lesungen von Kafka-Texten schätzt, erscheint dem Rezensenten hier zu vorsichtig und zurückhaltend, um dem "emotionalen Extremismus" Kleists gerecht zu werden. Während Boysen die aufbrechenden Gefühle spürbar mache, setzte Matthes ganz auf Subtilität. Bei einem Kleist-Satz wie: "Es drängte ihn, den nichtswürdigen Dickwanst in den Kot zu werfen" findet der Rezensent das allerdings nicht allzu passend.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.08.2007
Rezensent Martin Z. Schröder freut sich darüber, dass es Ulrich Matthes zukam, das neue Hörbuch der Kleistschen Erzählung "Michael Kohlhaas" aufzunehmen. Besonders gelungen scheint ihm, wie Matthes die dem Werk eigene chronistische Erzählweise einfängt, die den Hörer in eine höchste Anspannung versetze. Auch dass es Matthes an den passenden Stellen gelingt, "in Stimmen zu sprechen", gefällt dem Rezensenten. Und selbst wenn sich dieser zumeist gedämpfte Enthusiasmus mal in einem "unschönen Kreischen" entlädt - dadurch sollte sich niemand abgeschreckt fühlen.
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