Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Unter Mitarbeit von Bozena Gorczynska-Przybylowicz. Mit zahlreichen meist historischen Abbildungen. Kurz nach dem deutschen Überfall auf Polen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges traf Adolf Hitler eine bis heute kaum bekannte Entscheidung: Er beauftragte Albert Speer mit dem Ausbau der Posener "Kaiserpfalz" zu einer "Führerresidenz". Das steinerne Symbol für den Herrschaftsanspruch des Deutschen Reiches über Polen wurde vom Frühjahr 1940 an für Millionenbeträge aufwendig umgebaut. Hitler trieb den Innenausbau seiner Prachträume noch bis zum Sommer 1944 voran, konnte sie jedoch nicht mehr nutzen. Nach 1945 zogen in das Schloss zunächst die Universität und die Stadtverwaltung von Poznan ein, bevor es in den sechziger Jahren zum Kulturzentrum wurde. Die original erhaltenen Räume werden bis heute genutzt. Die Autoren dokumentieren die wechselvolle Geschichte des einstigen Schlosses von Wilhelm II. durch alle historischen Epochen und präsentieren dabei bisher unveröffentlichtes Bildmaterial.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2004
Statt der erwarteten "Fußnote" zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs wurde Thomas Urban bei der Lektüre dieses "reich bebilderten, großformatigen Bandes" von einer "grundlegenden Abhandlung" überrascht, die die deutsche Polenpolitik - beginnend mit der "preußischen Toleranz" am Ende des 18. Jahrhunderts, über die "rigide Germanisierungspolitik" Bismarcks und Kaiser Wilhelms II., bis zum "gnadenlosen Kampf gegen die polnische Elite" im Zweiten Weltkrieg - verfolgt. Vor allem mit der Darstellung der unter Hitler einsetzenden Vernichtungspolitik füllen die Autoren Heinrich Schwendemann und Wolfgang Dietsche eine Lücke im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, die bisher vom Holocaust und vom Russlandfeldzug "überdeckt" gewesen ist, lobt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2003
Christian Jostmann ist gespalten. Einerseits findet er es angemessen, dass die Herausgeber die Geschichte von "Hitlers Schloss" als politische Geschichte erzählen. So berichten die Autoren über die wechselnde Bedeutung des Schlosses sowohl für Deutsche als auch für Polen. Beide hätten das Gebäude als Nationalsymbol ausgenutzt. Zunächst die Deutschen, welche das Schloss im Auftrage Kaiser Wilhelms II. zwischen 1905 und 1910 bauten, um "deutsche Macht und Kulturhoheit im mehrheitlich von Polen bewohnten Posen suggerierte. Nach 1918 übernahmen die Polen das Schloss und betrieben eine rücksichtslose Repolonisierung, welche dann von den Nationalsozialisten ins Gegenteil verkehrt wurde. Gerade der Stellenwert, den die Autoren dem historischen Kontext einräumen ist der Hauptkritikpunkt Jostmanns. Er sei viel zu hoch. Er hätte lieber "eine großzügigere Präsentation des reichen Bildmaterials und vor allem eine kunsthistorisch eingehendere Besichtigung des Gebäudes, seiner Ikonographie und seiner Rezeption" gewünscht.
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