Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Wolfgang Dietsche (Hrsg.), Heinrich Schwendemann

Hitlers Schloss

Die 'Führerresidenz' in Posen

Cover: Hitlers Schloss

Ch. Links Verlag, Berlin 2003
ISBN-10 3861532891
ISBN-13 9783861532897
Gebunden, 200 Seiten, 34,80 EUR

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Klappentext

Unter Mitarbeit von Bozena Gorczynska-Przybylowicz. Mit zahlreichen meist historischen Abbildungen. Kurz nach dem deutschen Überfall auf Polen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges traf Adolf Hitler eine bis heute kaum bekannte Entscheidung: Er beauftragte Albert Speer mit dem Ausbau der Posener "Kaiserpfalz" zu einer "Führerresidenz". Das steinerne Symbol für den Herrschaftsanspruch des Deutschen Reiches über Polen wurde vom Frühjahr 1940 an für Millionenbeträge aufwendig umgebaut. Hitler trieb den Innenausbau seiner Prachträume noch bis zum Sommer 1944 voran, konnte sie jedoch nicht mehr nutzen. Nach 1945 zogen in das Schloss zunächst die Universität und die Stadtverwaltung von Poznan ein, bevor es in den sechziger Jahren zum Kulturzentrum wurde. Die original erhaltenen Räume werden bis heute genutzt. Die Autoren dokumentieren die wechselvolle Geschichte des einstigen Schlosses von Wilhelm II. durch alle historischen Epochen und präsentieren dabei bisher unveröffentlichtes Bildmaterial.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.02.2004

Statt der erwarteten "Fußnote" zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs wurde Thomas Urban bei der Lektüre dieses "reich bebilderten, großformatigen Bandes" von einer "grundlegenden Abhandlung" überrascht, die die deutsche Polenpolitik - beginnend mit der "preußischen Toleranz" am Ende des 18. Jahrhunderts, über die "rigide Germanisierungspolitik" Bismarcks und Kaiser Wilhelms II., bis zum "gnadenlosen Kampf gegen die polnische Elite" im Zweiten Weltkrieg - verfolgt. Vor allem mit der Darstellung der unter Hitler einsetzenden Vernichtungspolitik füllen die Autoren Heinrich Schwendemann und Wolfgang Dietsche eine Lücke im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, die bisher vom Holocaust und vom Russlandfeldzug "überdeckt" gewesen ist, lobt der Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.05.2003

Christian Jostmann ist gespalten. Einerseits findet er es angemessen, dass die Herausgeber die Geschichte von "Hitlers Schloss" als politische Geschichte erzählen. So berichten die Autoren über die wechselnde Bedeutung des Schlosses sowohl für Deutsche als auch für Polen. Beide hätten das Gebäude als Nationalsymbol ausgenutzt. Zunächst die Deutschen, welche das Schloss im Auftrage Kaiser Wilhelms II. zwischen 1905 und 1910 bauten, um "deutsche Macht und Kulturhoheit im mehrheitlich von Polen bewohnten Posen suggerierte. Nach 1918 übernahmen die Polen das Schloss und betrieben eine rücksichtslose Repolonisierung, welche dann von den Nationalsozialisten ins Gegenteil verkehrt wurde. Gerade der Stellenwert, den die Autoren dem historischen Kontext einräumen ist der Hauptkritikpunkt Jostmanns. Er sei viel zu hoch. Er hätte lieber "eine großzügigere Präsentation des reichen Bildmaterials und vor allem eine kunsthistorisch eingehendere Besichtigung des Gebäudes, seiner Ikonographie und seiner Rezeption" gewünscht.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren