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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heiko Michael Hartmann

Unterm Bett

Roman

Cover: Unterm Bett

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446198431
ISBN-13 9783446198432
gebunden, 200 Seiten, 17,38 EUR

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Klappentext

Dominik Vogel ist Beamter, aber kein gewöhnlicher. Der Kampf um die Ordnung erscheint ihm weit mehr als eine bloße berufliche Tätigkeit. Ein wohlorganisiertes Leben, sollte man meinen, doch nutzlose Aktenarbeit, die Affäre mit einer Kollegin oder tödliche Folgen eines Korruptionsunfalls lauern auf den empfindsamen Herrn Vogel. Die Frage nach dem Sinn seines bisherigen Beamtenlebens spitzt sich während einer Reise zum Wirtschaftsgipfel in Japan zu ...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.04.2000

Die Lektüre dieses Buchs war für Eberhard Rathgeb offensichtlich Signalreiz, springflutartig Sätze und Substantive zu bilden, die das Wort "Beamter" enthalten. Bald weiß man auch, daß dies aus reinem Selbsterhaltungstrieb geschah. Denn: Autor Hartmann entkommt mit seiner "Beamtenerzählung" "dem betäubenden Dunst der Langeweile nicht, den ein Beamtenleben verströmt". Und mit irgendetwas muß sich ein Rezensent schließlich wach und auch bei Laune halten.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2000

Enttäuscht zeigt sich Stephan Krass nach Heiko Michael Hartmanns gepriesenen Erstling "MOI" vom zweiten Buch des Autors, das er schlicht für "mißlungen" und langweilig hält. Vom Sezieren des Klinikalltags hat sich Hartmann auf die Schilderung der Institution Behörde verlagert, dabei aber seinen beißenden Humor eingebüßt, der in einer Klinik womöglich zur Überlebensstrategie gehört, im verstaubten Beamtenalltag mit seinen belanglosen Verwicklungen aber offenbar erst gar nicht zum Einsatz gebracht wird. Schade, findet Stephan Krass, daß sich "die Redundanzen dieser Form von Lebensbewältigung auch auf den Text übertragen" haben.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2000

"Hoch merkwürdig" findet Dirk Knipphals dieses Buch trotz seines zunächst überraschenden Sujets, denn "Unter Bett" handelt vom Leben eines Beamten. Knipphals notiert mit großem Wohlwollen, dass Hartmann sein Thema sowohl mit Ernsthaftigkeit als auch mit Witz behandelt - eine seltene Kombination, meint der Rezensent und eine, die Hartmann von der "Schwerliteraturfraktion" womöglich übelgenommen werde. Aber Knipphals hat sich über dieses "im Grunde tieftraurige" Buch derart amüsiert, dass die taz seinen Artikel zum Aufmacher ihrer Frühjahrs-Literaturbeilage machte. Tiefe Einblicke in die Überlebensstrategien und die Atmosphäre eines Amtes hat Knipphals gewonnen, und am Ende entdeckt er gar Umrisse eines Bildungsroman. Neben seinem Beamtenleben und seinem Widerwillen dagegen entdecke der Held von Hartmanns Roman etwas drittes: Leidenschaft.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Hubert Winkels hat sich gelangweilt. Er führt zwar allerhand Punkte zur Ehrenrettung des Autors an, der sich ohne "billige Späßchen", ganz und gar ironisch und mit "geistreichen Aperçus" gespickt der Schilderung des Beamtenalltags annehme und gegen Ende sogar noch eine kleine Affäre zum gefälligen Vergnügen des Lesers eingebaut habe. Aber so richtig komme die Geschichte nicht in Fahrt. Wieder mal ein Beweis, findet der Rezensent, daß die Schilderung "einer systematisch Langeweile erzeugenden Einrichtung nur schwer der Produktion erneuter Langeweile entgeht".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000

Einigermaßen öde fand Heinz Ludwig Arnold die Leküre und urteilt ziemlich vernichtend. Bei seiner "schrillen Beschwörung einer Beamtenexistenz" setze der Autor auf Kafka-Sound und Thomas-Bernhard-Litaneien. Letztlich dominiere aber "schlechtes Beamtendeutsch". Der "Verwaltungsjurist" Hartmann habe es nicht geschafft, "sprudelnden Aversionen gegen den eigenen Berufstand eine Form zu geben".

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