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Hartmut Zwahr
Die erfrorenen Flügel der Schwalbe
Tagebuch einer Krise (1968-1970). DDR und Prager Frühling
Klappentext
In seinem Tagebuch aus der Zeit von März 1968 bis April 1970 führt der Sozialhistoriker Hartmut Zwahr seine Leser zurück in die Zeit des "Prager Frühlings" und der nachfolgenden Repressionen. Diese "schmerzhaften" Notizen eines Augenzeugen schildern Menschen in der DDR zwischen Hoffen und Bangen. Dieses Buch beschreibt das politische Räderwerk, in dem die Hoffnung des "Prager Frühlings" verschwand. Erkennbar wird die beginnende Selbstzerstörung eines politischen Systems, das seinen Bürgern, die sich dem Freiheitsaufbruch von Tschechen sowie Slowaken zuwandten, selbst dies verweigerte. Die Texte zeigen, wie instabil die geschlossene Gesellschaft der DDR war und blieb. Der Autor beschreibt, wie die Sozialismusvision in der jungen Generation, die den nationalsozialistischen Krieg überlebt hatte, von der Diktatur erstickt wurde. Was dann 1989 geschah, war auch ein Versuch, den "Prager Frühling" nachzuholen, bis die Absage der Menschen an den Realsozialismus dieses Nachholen beendete.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2008
Rezensent Karl Wilhelm Fricke ist begeistert von den Einblicken, die dieses Tagebuch in den Alltag eines Akademikers in der DDR bietet -auch wenn es den Leser ganz schön fordere. Etwas Vorwissen über die historischen Rahmenbedingungen und "viel Verständnis für die Wirklichkeit in der DDR" sollte man nämlich nach Frickes Meinung durchaus mitbringen. Darüber hinaus wird in den später hinzugefügten mehr als 900 Anmerkungen des Verfassers Hartmut Zwahr, seines Zeichens Historiker an der Universität Leipzig, einiges erklärt: "Die Lektüre machen sie nicht gerade einfacher, aber häufig erst begreiflich." Doch spannend ist der Einblick in die Zeit um den Prager Frühling herum durchaus, trotz der Mühen bei der Lektüre. Nach Meinung des Rezensenten handelt es sich bei dem Tagebuch nämlich um nicht weniger als eine "Fundgrube für zeithistorische Forschungen".
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.11.2007
Als "einzigartige Geschichte des ?Prager Frühlings?" und "Buch von Rang" preist Rezensent Rudolf Walther dieses "im besten Sinne lehrreich-aufklärerische" Tagebuch des emeritierten Leipziger Sozialhistorikers, dem er besonders unter den "Selbstgerechten im Westen" viele Leser wünscht. Denn die 340 Seiten Tagebuchtext begeistern den Rezensenten einerseits mit ihrer Emphase für eine "Verbindung von Sozialismus und Demokratie" andererseits mit der Schonunglosigkeit (auch sich selbst gegenüber), mit der Hartmut Zwahr hier demütigende Herrschaftspraktiken, kriecherische Selbstverleugnung und den von Parteiritualen gelähmten akademischen Betrieb schildert. Wie stark der Autor von den Ereignissen in Prag gefesselt gewesen sein muss, vermittelt sich dem Rezensenten beim Lesen auch heute noch. Auch dass sich Zwahr über die Perspektiven des Prager Aufstands für einen demokratischen Sozialismus so gründlich täuschte, mindert aus Walthers Sicht den Rang dieses Buches nicht, das für ihn auch "Dokument des schwierigen Lebens und Überlebens in der Diktatur" ist. Zur hohen Qualität der Edition tragen für ihn auch die "fast 1000 sachdienlichen Anmerkungen und Kommentare" bei.
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