Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Auf zu neuen Ufern - doch zu welchen? So könnte das gemeinsame Motto dieser beiden Novellen, "Der Umzug" und "Leptis Magna", lauten. Sie handeln von Krisen und Lebenslügen, von der Balance zwischen Bodenhaftung und Selbstverlust, von Bindungsängsten und dem Sog der Selbstauflösung.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2004
Rezensent Gerhard Stadelmaier ist begeistert von den beiden Novellen dieses Bandes. Nicht nur weil ihn Hartmut Langes durchdringend leiser Ton fasziniert, ihn seine prägnanten, knappen, fast schmucklosen Sätze fesseln. Auch die kühle, distanzierte Art, mit der Stadelmaier in den Novellen die Menschen beschrieben findet, lassen ihn tief den Hut vor diesem Autor ziehen. Es herrsche "eine Demut des Staunens und Nichtwissens, die sensationell ist", lesen wir. Exakt in diesem "staunenden Leben- und Geltenlassen" liegt für den Rezensenten der "G-Punkt", der Geheimnispunkt von Hartmut Langes großer Erzählkunst. So wird für Stadelmaier jede Zeile zum Spannungsmoment, der "alle Geheimnisse und Schrecken, Liebes- Mord- und Todessachen als Möglichkeiten bereithält".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2004
Iris Denneler zeigt sich von diesen beiden Novellen von Helmut Lange sehr angetan und bewundert, wie "plausibel" und beinahe unmerklich dass Unheimliche und Phantastische in der Alltagswelt der Protagonisten Einzug hält. Dabei gehe der Autor so geschickt und behutsam vor, dass der Leser "sogar noch seinem Unbehagen misstraut", so die Rezensentin beeindruckt. Sie sieht sich an die phantastischen Erzählungen von E. T. A. Hoffmann erinnert und bescheinigt Lange nicht nur "unverwechselbare Eleganz" des Stils als auch eine überzeugende Erzählökonomie. Besonders erfreut ist die Rezensentin bei der Feststellung, dass Lange sich im Gegensatz zu früheren Texten "theoretischer Auslassungen" gänzlich enthält und seine Protagonisten nicht mehr zu "Trägern von abstrakten Ideen" macht. Denneler sieht in den Novellen überzeugend und packend das Numinose angedeutet, dass sich in der "beängstigend komplexen" Realität verbirgt. Dass er das mit gelegentlicher Ironie und mit einer raffinierten "Schlichtheit in Ton und Geste" verbindet, erhöht den Reiz der Novellen zusätzlich, findet die begeisterte Rezensentin.
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