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Klappentext
Ein Bilderbuch, das den Anfang macht für tausend Fragen. Vor mehr als vierhundert Jahren ließ der Spanier Sahagún die Söhne aztekischer Kultur aufschreiben, was sie aus ihrer Erinnerung wussten und fühlten. Und sie beschrieben die kleinen und großen Dinge der Welt: Mond und Muschel, Schlange und Kolibri, Ozelot und Kakaobaum. Entstanden ist mit dieser Sammlung der "Codex Florentinus", das berühmte Buch der erloschenen Kultur der Azteken. Die Künstlerin Christine Leins hat zu jeder Beschreibung ein phantastisches Bild entworfen. Ihre Aquarelle von Tieren, Pflanzen, Mineralien und Gestirnen sind in stille Landschaften komponiert, die den Blick in die Welt einer versunkenen Kultur öffnen. Hans Magnus Enzensberger gibt den Lesern einen Begriff vom Ursprung dieser Texte, damit die Erwachsenen den Kindern Eigenart und Poesie der aztekischen Glossen erklären können.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2000
Zwei aufwendige Bilderbücher aus dem Aufbau-Verlag hat sich Gundel Mattenklott angesehen.
1) Enzensberger/Leins: "Mond und Muschel"
Ins Schwärmen gerät sie beim Blättern in Enzensbergers Auswahl von kurzen Texten aus der aztekischen Naturgeschichte, deren Interesse nicht einer "Glaubens- und Wissensvermittlung" gelte, sondern der "ästhetischen Vergegenwärtigung". Auf ähnliche Weise hätten Rilke und Ponge im 20. Jahrhundert "die Dinge in der Sprache neu erschaffen". Viel Mühe gibt sich die Rezensentin dann, die Bilder Christiane Leins in lieblichster Kritikerprosa neu zu erschaffen, deren erstes Bilderbuch in ihr "Vorfreude auf weitere Bilder aus ihrer Hand" geweckt haben.
2) Aloys Zötl: "Spaziergang ins Paradies"
"Naturbetrachtungen zwischen Poesie und Biologie" sind laut Gundel Mattenklott der Schwerpunkt dieses Buches, das mit Bildern eines österreichischen Liebhaber-Malers des 19. Jahrhunderts ausgestattet ist. Auch Michael Sowa wird als Illustrator dieses Buches genannt, das in der Beschreibung durch die Rezensentin recht undeutlich bleibt. Viel Lob erhält Ute Blaich, die dies "ehrgeizige" Kinderbuchprogramm betreue. Die Tendenz zum "kostbar ausgestatteten Kinderbuch" wird von der Rezensentin ausdrücklich begrüßt, angesichts der vielen Billigprodukte in diesem Bereich. Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass dies vielmehr ein Trend zum Kinderbuch für Erwachsene ist.
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