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Hans-Jürgen Bömelburg
Friedrich II. zwischen Deutschland und Polen
Ereignis- und Erinnerungsgeschichte
Klappentext
Friedrich II., der 2012 seinen 300sten Geburtstag feiert, gilt als Leitgestalt der europäischen Aufklärung - entsprechend aufwändig wird das Jubiläum begangen. Ein Aspekt wird dabei jedoch regelmäßig vernachlässigt: das Verhältnis Friedrichs des Großen zu Polen und das Verhältnis der Polen zu ihm.Der Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht, der mit einem erheblichen Gebietszuwachs einherging, fand im Osten insbesondere auf Kosten Polens statt: Ca. 40 % der preußischen Bevölkerung sprach polnisch und nach Berlin war Warschau die zweitgrößte preußische Stadt; heute liegen ca. 70 % des historischen fridericianischen Preußen auf polnischem Territorium. Friedrich selbst war damit maßgeblich am Untergang Polens beteiligt, wobei die polnische Wahrnehmung Friedrichs erst mit dem sich in Deutschland im 19. Jahrhundert entwickelnden Kult zunehmend kritisch wurde.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.01.2012
Für Hans-Jürgen Bömelburgs Buch über "Friedrich II. zwischen Deutschland und Polen" ist der hier rezensierende polnische Historiker und Publizist Adam Krzeminski wirklich dankbar. Denn der Gießener Historiker stelle dort überzeugend die gegensätzliche Wahrnehmung Friedrichs in Deutschland und Polen bis heute dar. So erfährt der Kritiker etwa, dass noch heute grassierende "antipolnische Stereotypen" auf den Preußenkönig zurückzuführen sind oder dass der von Friedrich verfolgte Untergang der polnisch-litauischen Republik nicht durch seine nationale Aversion, sondern durch die Überzeugung, Republiken seien ineffizient, begründet war. Im Gegensatz zu den meisten Friedrich-Veröffentlichungen der letzten Jahre widme sich Bömelburg dem polnischen Aspekt der friderizianischen Politik und der daraus entstehenden Verantwortung für den polnischen Teil der preußischen Geschichte. Diese hervorragend recherchierte "Ereignis- und Erinnerungsgeschichte" kann der Rezensent deshalb nur dringend empfehlen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 18.01.2012
Relativ erleichtert nimmt Christian Thomas die Bücherschwemme zum Friedrich-Jahr hin, denn außer den üblichen Bizarrerien (Kochbücher, Krimis) gibt es weder Preußen-Bashing noch die Feier des Preußen-Comebacks. Alles also ganz vernünftig. Auf Hans-Jürgen Bömelburgs Publikation möchte er dennoch besonders hinweisen, denn sie beschäftigt sich mit einem wichtigen Punkt, der bei vielen anderen Autoren unter den Tisch fällt: Friedrichs Rolle beim Untergang und der Teilung Polens. Für Polen ist der König Inbegriff der preußischen Aggression, lernt Rezensent Thomas, und auch viele antipolnische Stereotype haben ihren Anfang unter der Ägide des Oberaufklärers genommen. Christian Thomas ist dankbar, dass Bömelburg, der lange am Deutschen Historischen Institut in Warschau gearbeitet hat, den "Horizont aufgerissen" hat.
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