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Klappentext
Mit 19 Abbildungen. Aus dem Niederländischen von Marlene Müller-Haas. Hans Jansen macht in dieser Biografie die Erzählungen über Mohammeds Leben zum Ausgangspunkt einer Suche nach dem historischen Kern der Legenden. Das Ergebnis: Wir wissen viel weniger über den Propheten als angenommen - und das geläufige Bild von Mekka, vom Koran und vom frühen Islam insgesamt ist zu revidieren. Um den Propheten des Islam ranken sich viele Legenden, die mehr als ein Jahrhundert nach seinem Tod aufgezeichnet wurden. Von den Wundergeschichten abgesehen, wird das Grundgerüst dieser Erzählungen heute meist für historisch gesichert gehalten. Demgegenüber unterzieht Hans Jansen die Legenden einer historischen Überprüfung. Dabei greift er auf neueste archäologische und philologische Erkenntnisse zurück und berücksichtigt auch die Argumente der Forscher, die die Existenz Mohammeds überhaupt in Zweifel ziehen. Er geht der Bedeutung des Namens "Mohammed" nach, korrigiert unser bisheriges Bild von den Städten Mekka und Medina, beschreibt, wie Mohammed erste Anhänger gewonnen hat, und greift die heute lebhaft diskutierte Frage nach einer möglichen christlichen Prägung des Korans auf.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Hans Jansen: Mohammed - Leseprobe bei C.H. Beck!
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.09.2008
Dem Umstand, dass Mohammed bei allem Interesse am Islam noch immer eher unbekannt ist, trägt dieses Buch laut Lukas Wick Rechnung. Die Art und Weise, wie sich der Autor Hans Jansen dem Propheten nähert - über dessen frühen Biografen Ibn Ishaq - erscheint Wick anschaulich und glaubwürdig. Ebenso die Bezüge zur Gegenwart, die Jansen herstellt und mit denen er die anhaltende Bedeutung Mohammeds illustriert. Weniger überzeugt zeigt sich Wick von den Versuchen, religionsgeschichtliche Vergleiche etwa zwischen Mohammed und Jesus anzustellen. Die Skepsis des Autors angesichts der mythenhaften Verklärung des Propheten, die sogar so weit geht, dessen Existenz für ungesichert zu halten, scheint den Rezensenten etwas zu befremden.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.08.2008
Eher mittelprächtig findet Rezensentin Katajun Amirpur diese Biografie Mohammeds, die der Arabist Hans Jansen vorgelegt hat. Am meisten stört sie der "süffisant polemische Ton" des Autors, aber auch inhaltlich ist sie mit ihm nicht immer einer Meinung. Interessiert zeigt sie sich an Jansens Darlegung, dass wir vieles über die Anfänge des Islam nicht wüssten. Andererseits hält sie ihm vor, sich fast ausschließlich auf die Prophetenvita des Ibn Ishaq als Quelle zu stützen und sich große Mühe zu geben, nachzuweisen, dass Ibn Ishaq als historische Quelle unbrauchbar sei. Für Jansen spricht in ihren Augen, dass er durchaus berechtigte kritische Fragen aufwirft und neuralgische Punkte berührt. Allerdings schränkt sie dieses Lob gleich wieder ein, weil ihr Jansen oft zu weit geht. Er stelle so ziemlich alles infrage, "was Muslime zu wissen meinen". Im Blick auf die Frage, ob es Mohammed als historische Figur tatsächlich gegeben hat, neigt sie eher der Auffassung des Islamwissenschaftlers Tilman Nagel zu, der ebenfalls eine Biografie des Propheten verfasst hat und zu dem von Jansen geleugneten Schluss kommt, es habe ihn tatsächlich gegeben. Insgesamt hätte sich Amirpur gewünscht, Jansen hätte seine Ergebnisse weniger spöttisch präsentiert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.07.2008
Um das, was wir wirklich über Mohammed wissen, meint Arno Widmann mit Blick auf das auf dem Schutzumschlag gegebene Versprechen, geht es hier "zum Glück" nicht. Das wäre nicht viel, erklärt der Rezensent, der gerade die heitere, ins Literarische schweifende Gelassenheit des Autors Hans Jansen im Umgang mit kontroversen Tatbeständen des Glaubens zu schätzen weiß. Auf diese Weise nämlich wird dieses Mohammed-Buch für den Rezensenten zu einem Unicum an Ausgewogenheit (das die muslimische Überlieferung auch nicht beschönigt, wohlgemerkt). Widmann vermutet zwar, dass der Band nicht jedem Frommen frommen wird, doch derart aufgeklärt sich einem historischen Verständnis des Propheten zu nähern, findet er, das taugte sicher auch als Anleitung für ein "Leben Jesu".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2008
Rezensent Stefan Weidner zeigt sich ziemlich entsetzt über Hans Jansens Biografie des Propheten Mohammed, die seiner Meinung nach eine "Antibiografie" geworden ist. Das liegt vor allem daran, dass das Buch nichts über Jansens Forschungsobjekt verrät, aber eine Menge über die Position des Autors. Die ist im Verlauf der Lektüre immer mehr von "polemischen Tönen und einer unschönen Ironie" geprägt, das Ergebnis ist in Weidners Augen ein stark "unwissenschaftliches Argumentieren". Die Quellenlage ist bei dem Thema, das Jansen sich ausgesucht hat, naturgemäß unsicher. Doch Jansen misst nach Meinung des Rezensenten mit zweierlei Maß, je nachdem, ob eine vermutete Handlung Mohammeds ihn in ein aus heutiger Sicht positives oder negatives Licht rückt. Der Koran scheint in dieser Biografie gar keine Rolle zu spielen. Weidners Fazit: "Auch für den kritischsten westlichen Forscher wäre mehr herauszuholen, als Jansen zu tun bereit ist."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.03.2008
Hans Jansens "Mohammed"-Biografie schneidet bei dem hier rezensierenden Islamwissenschaftler Peter Heine schlecht ab. Der Rezensent, selbst Islamwissenschaftler in Berlin, zieht Tilman Nagels Buch über das Leben des Propheten vor. Störend falle Jansens sarkastischer Tonfall auf, der zumindest in der deutschen Übersetzung "grobschlächtig" daherkomme. Auch die geharnischte Kritik an Montgomery Watts vor fünfzig Jahre veröffentlichtem Mohammed-Versuch wirkt auf Heine eher kleinlich als amüsant. Zudem wird Mohammed ihm hier zu einseitig negativ geschildert, obschon es doch auch durchaus positive Zeugnisse von dessen Charakter gebe. Ob Mohammed im historischen Sinne überhaupt gelebt hat, darüber ist sich Jansen bis zum Schluss nicht klar. Das nimmt ihm Heine auch nicht krumm, die Beschränkung auf nur wenige Quellen aber schon.
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