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Hans Christian Andersen, Lina von Eisendecher

Hans Christian Andersen / Lina von Eisendecher: Briefwechsel

Cover: Hans Christian Andersen / Lina von Eisendecher: Briefwechsel

Wallstein Verlag, Göttingen 2003
ISBN 9783892446484
Gebunden, 217 Seiten, 38,00 EUR

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Klappentext

Herausgegeben von Paul Raabe und Erik Dal. Der Briefwechsel zwischen dem dänischen Dichter Hans Christian Andersen und der Oldenburger Leserin Lina von Eisendecher ist das Dokument einer herzlichen Freundschaft, die sich nach zehn Jahren in den Wirren des politischen Verhängnisses verliert, das die uralten Beziehungen zwischen Dänen und Deutschen trübte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.08.2004

Der zweihundertste Geburtstag des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen im nächsten Jahr wirft seine Schatten voraus. Seit ein paar Jahren schon bemühen sich die Literaturwissenschaftler um eine Revidierung des Bildes vom dänischen Märchenerzählers, der nämlich für seine anderen Schriften - vor allem Romane - wenig Anerkennung erhielt, obwohl oder weil sie seiner Zeit voraus schienen, und der unter dieser Missachtung stark litt, wie Kristina Maidt-Zinke berichtet. Eine der wenigen, die den Rang von Andersons Prosa wohl erkannt hat , war die im Oldenburgischen lebende Lina von Eisendecher, mit der sich ein beinahe zwei Jahrzehnte dauernder Briefwechsel entspann, so Maidt-Zinke, den Andersen seinerseits zunächst auf Dänisch, später in einem drolligen Deutsch besorgte. Der Charme von Andersens deutschem Sprachgebrauch sowie sein "kindliches Mitteilungsbedürfnis" machen die Lektüre der Briefe, bekennt die Rezensentin, zu einem ebenso lustigen wie anrührenden Leseerlebnis. Man erfahre viel über seine literarischen wie politische Meinung, so Maidt-Zinke, doch auch seine Ängste und Geltungssucht träten deutlich hervor. Zu einem Bruch in der Lebensfreundschaft zwischen Andersen und der gebildeten Hofratsgattin kam es, informiert Maidt-Zinke, als zwischen Dänemark und Deutschland der Krieg um Schleswig-Holstein ausbrach. Von den nationalistischen Zwischentönen hat sich die Brieffreundschaft nie mehr richtig erholt, stellt sie bedauernd fest. Doch sei die ungewöhnliche Freundschaft auf liebevolle Weise dokumentiert und im Buch mit zahlreichen Quellen angereichert.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2004

Es kann, gerade im Falle des Märchen-Autors Hans Christian Andersen, nicht schaden, der Literatur die Wirklichkeit zur Seite zu stellen, meint jedenfalls Hansjörg Graf. Und genau das geschehe in diesem Briefband, der die vollständige Korrespondenz des dänischen Autors mit Lina von Eisendecher dokumentiere. Bei der Familie Eisendecher in Oldenburg fand der viel reisende Andersen immer wieder ein Domizil - und in Lina eine Verehrerin, die stets ein offenes Ohr hatte und für den unter erotischen und literarischen Misserfolgen leidenden Dichter die richtigen Worte fand. Des Deutschen war Andersen nur bedingt mächtig, jedoch ist gerade das "Ungelenke", meint der Rezensent, "reizvoll" - und zeuge von der "Sprachphantasie" des Autors. Traurig sei es allerdings, dass die über Jahre andauernde, sehr enge, ja intime Freundschaft zuletzt an politischen Misshelligkeiten scheiterte. An deutsch-dänischen Streitereien über Politik zerbricht die Seelenverwandtschaft. Dieser Band aber, betont der Rezensent, leistet "zur Rezeptionsgeschichte des dänischen Dichters" einen "unschätzbaren Beitrag".

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Hans Christian Andersen

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