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Klappentext
Katharina von Siena fasziniert war einerseits Mystikerin ? und als solche eine der großen Gestalten der mittelalterlichen Frauenmystik ?, andererseits (kirchen-) politische Agitatorin. Hanno Helbling zeigt auf der Grundlage ihres aus etwa 380 Texten bestehenden Briefwerks eindrucksvoll, wie sich ihr politisches Engagement aus ihrem mystischen Denken heraus entwickelt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000
Voll des Lobes ist Alois M. Haas für diese Biographie der Katharina von Siena. Er lobt die Nüchternheit Helblings, der sich "aller legendärer Züge" enthalten und so eine faszinierende Studie über diese außerordentlich wichtige Heilige des 14. Jahrhunderts vorgelegt habe. Als besonders gewinnbringend schätzt es der Rezensent ein, dass der Autor die politisch agierende nicht von der mystisch inspirierten Heiligen trennt und sich so beide Aspekte ihrer Person wechselseitig erhellten. Dies, so der Rezensent begeistert, mache den "hohen Reiz der Darstellung" aus. Helbling gelinge es, die Person der Katharina von Siena einfühlsam darzustellen und seine Auswertung des reichlichen Quellenmaterials sei durchaus neu. Damit habe er eine "unsentimentale und doch engagierte" Biographie geschrieben, preist der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2000
Eine Wahnsinnige eher als eine Heilige, „fundamentalistische Mahnerin und Reformerin“, die dem Klerus die Leviten las und sie zur Bekehrung der Muslime („wilde Hunde“) per Kreuzzug aufrief, wäre die toskanische Tochter eines Färbers schon im 19.Jahrhundert genannt worden, so Bernd Mattheus in seiner Besprechung dieser „Studie“. Referiert er dabei einfach nur das Buch? Recht ausführlich plaudert er jedenfalls über Katharina von Siena (1347 - 1380) und alle möglichen Rezeptions- und Interpretatiosweisen, setzt sich jedoch mit der Darstellung all dessen im Buch selbst nicht weiter auseinander. Am Schluss erfährt man noch, dass es offenbar im Anhang des Buches - oder mittendrin, oder in es eingearbeitet? - eine „vortrefflich kommentierte Auswahl exemplarischer Briefe“ gibt, die Helbing auf die politischen Forderungen der Katharina hin abgeklopft hat.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000
Wem es an Fachwissen über das Italien des 14. Jahrhunderts mangelt, der wird sich möglicherweise auch mit Volker Reinhards Besprechung dieser Biografie der heiligen Katharina von Siena anhand ihrer Briefe schwertun. Reinhard lobt zwar deren "Kohärenz, mit der ein Gottes- und Menschenbild" aufscheint. "Ratlos" läßt ihn aber, daß die Schlüsselfrage nach dem Erfolg Katharinas in ihrer Zeit unbeantwortet bleibt. Redundant bis zur Monotonie erscheint Reinhard die exzessive Auslegung der Briefe, die er so bemerkenswert nun auch wieder nicht findet. Und wo das Buch Antworten versagt, sucht er selber welche. Da rätselt man: ist das nun Buch- oder bloß Rezensentenmeinung. Bloß soviel ist klar: trotz allem wird es "uneingeschränkt" empfohlen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2000
Michael Borgolte nutzt die Buchbesprechung vor allem, um etwas über das Leben Katharina von Sienas, dieser Mystikerin aus dem 14. Jahrhundert zu erzählen, die einerseits Päpste beriet, andererseits für ihre Ekstasen, Visionen und Wunder berühmt war. Borgolte beschreibt eindrucksvoll, wie sie den zum Tode verurteilten Niccolo di Toldo, der sie liebte, zum Richtblock begleitete und seinen abgeschlagenen Kopf mit den Händen auffing. Von Helblings Buch ist Borgolte allerdings enttäuscht. Helbling wollte beweisen, dass Mystik und Politik für Katharina eins waren. Die Basis seien 380 erhaltene Briefe, die Katharina, die nicht schreiben konnte, diktiert hatte. Besonders vermißt Borgolte einen Standpunkt des Autors: Der Versuch, Katharina aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus zu beschreiben, habe Helbling dazu verführt, auf jede Interpretation zu verzichten. Auch habe es der Autor versäumt, Katharina "in ihre Geschichte zu stellen": Über die religiöse Frauenbewegung oder den Zustand der Papstkirche in dieser Zeit erfahre man nichts. "Religiöse Erbauungsliteratur" nennt Borgolte das.
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