Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hanno Helbling

Katharina von Siena

Mystik und Politik

Cover: Katharina von Siena

C. H. Beck Verlag, München 2000
ISBN-10 3406461603
ISBN-13 9783406461606
gebunden, 159 Seiten, 19,43 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Katharina von Siena fasziniert war einerseits Mystikerin ? und als solche eine der großen Gestalten der mittelalterlichen Frauenmystik ?, andererseits (kirchen-) politische Agitatorin. Hanno Helbling zeigt auf der Grundlage ihres aus etwa 380 Texten bestehenden Briefwerks eindrucksvoll, wie sich ihr politisches Engagement aus ihrem mystischen Denken heraus entwickelt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2000

Voll des Lobes ist Alois M. Haas für diese Biographie der Katharina von Siena. Er lobt die Nüchternheit Helblings, der sich "aller legendärer Züge" enthalten und so eine faszinierende Studie über diese außerordentlich wichtige Heilige des 14. Jahrhunderts vorgelegt habe. Als besonders gewinnbringend schätzt es der Rezensent ein, dass der Autor die politisch agierende nicht von der mystisch inspirierten Heiligen trennt und sich so beide Aspekte ihrer Person wechselseitig erhellten. Dies, so der Rezensent begeistert, mache den "hohen Reiz der Darstellung" aus. Helbling gelinge es, die Person der Katharina von Siena einfühlsam darzustellen und seine Auswertung des reichlichen Quellenmaterials sei durchaus neu. Damit habe er eine "unsentimentale und doch engagierte" Biographie geschrieben, preist der Rezensent.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.04.2000

Eine Wahnsinnige eher als eine Heilige, „fundamentalistische Mahnerin und Reformerin“, die dem Klerus die Leviten las und sie zur Bekehrung der Muslime („wilde Hunde“) per Kreuzzug aufrief, wäre die toskanische Tochter eines Färbers schon im 19.Jahrhundert genannt worden, so Bernd Mattheus in seiner Besprechung dieser „Studie“. Referiert er dabei einfach nur das Buch? Recht ausführlich plaudert er jedenfalls über Katharina von Siena (1347 - 1380) und alle möglichen Rezeptions- und Interpretatiosweisen, setzt sich jedoch mit der Darstellung all dessen im Buch selbst nicht weiter auseinander. Am Schluss erfährt man noch, dass es offenbar im Anhang des Buches - oder mittendrin, oder in es eingearbeitet? - eine „vortrefflich kommentierte Auswahl exemplarischer Briefe“ gibt, die Helbing auf die politischen Forderungen der Katharina hin abgeklopft hat.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 22.03.2000

Wem es an Fachwissen über das Italien des 14. Jahrhunderts mangelt, der wird sich möglicherweise auch mit Volker Reinhards Besprechung dieser Biografie der heiligen Katharina von Siena anhand ihrer Briefe schwertun. Reinhard lobt zwar deren "Kohärenz, mit der ein Gottes- und Menschenbild" aufscheint. "Ratlos" läßt ihn aber, daß die Schlüsselfrage nach dem Erfolg Katharinas in ihrer Zeit unbeantwortet bleibt. Redundant bis zur Monotonie erscheint Reinhard die exzessive Auslegung der Briefe, die er so bemerkenswert nun auch wieder nicht findet. Und wo das Buch Antworten versagt, sucht er selber welche. Da rätselt man: ist das nun Buch- oder bloß Rezensentenmeinung. Bloß soviel ist klar: trotz allem wird es "uneingeschränkt" empfohlen.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2000

Michael Borgolte nutzt die Buchbesprechung vor allem, um etwas über das Leben Katharina von Sienas, dieser Mystikerin aus dem 14. Jahrhundert zu erzählen, die einerseits Päpste beriet, andererseits für ihre Ekstasen, Visionen und Wunder berühmt war. Borgolte beschreibt eindrucksvoll, wie sie den zum Tode verurteilten Niccolo di Toldo, der sie liebte, zum Richtblock begleitete und seinen abgeschlagenen Kopf mit den Händen auffing. Von Helblings Buch ist Borgolte allerdings enttäuscht. Helbling wollte beweisen, dass Mystik und Politik für Katharina eins waren. Die Basis seien 380 erhaltene Briefe, die Katharina, die nicht schreiben konnte, diktiert hatte. Besonders vermißt Borgolte einen Standpunkt des Autors: Der Versuch, Katharina aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus zu beschreiben, habe Helbling dazu verführt, auf jede Interpretation zu verzichten. Auch habe es der Autor versäumt, Katharina "in ihre Geschichte zu stellen": Über die religiöse Frauenbewegung oder den Zustand der Papstkirche in dieser Zeit erfahre man nichts. "Religiöse Erbauungsliteratur" nennt Borgolte das.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren