Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

H.G. Adler

Panorama

Roman

Cover: Panorama

Zsolnay Verlag, Wien 2010
ISBN-10 3552054898
ISBN-13 9783552054899
Gebunden, 623 Seiten, 27,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Mit einem Nachwort von Jeremy Adler. H.G. Adler, der aus Prag stammende Schriftsteller und Freund von Elias Canetti aus gemeinsamen Tagen in der Emigration in London, erzählt in seinem 1948 entstandenen Roman "Panorama" in zehn Rundbildern das Leben von Josef Kramer, eine unverkennbare Projektion des Autors: die behütete Kindheit in Prag, ein böhmisches Dorf namens Umlowitz, das Freimaurerinstitut Dresden-Striesen, zuletzt die Zwangsarbeiterlager sowie die KZ Auschwitz und Langenstein-Zwieberge und schließlich Schloss Launceston in England.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2010

Viel zu entdecken in diesem Oeuvre vermutet der aus Prag stammende Germanist Peter Demetz nach der Lektüre des wiederaufgelegten Romans von H.G. Adler. Als großes Panoptikum und in Guckkastenbildern gesammelte Lebenserfahrung (von einer Dorfkindheit bis hin zu Zwangsarbeit und Lager) bezeichnet Demetz das erstmals 1968 erschienene Buch. Hervorheben möchte er vor allem den Humor, Szenen und Charaktere, die ihn eher an die Marx Brothers erinnern als an Kafka, der natürlich auch anklingt, und an Adlers den Text zum Fließen bringende Sprachkraft, die sowohl komisch als auch syntaktisch gebrochen sein kann, so, wenn das Lagerleben geschildert wird, wie Demetz weiß. Adler - für Demetz ein (seiner) Kunst bewusster Schriftsteller auf der Höhe der Weltliteratur.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.07.2010

Ein Jahrhundertwerk mit Vorbehalten erkennt Christoph Bartmann in diesem bereits 1968 und nun neu veröffentlichten autobiografischen Bildungsroman von H. G. Adler. Der Autor, Intellektueller aus der letzten Generation deutschprachiger Prager Juden, ein brillanter Erzähler und Essayist, wie Bartmann erklärt, und ein Fall für Spezialisten, lässt es substanziell richtig krachen, wenn er die Lebens- und Leidensstationen seines Helden (vom böhmischen Land über Auschwitz bis auf ein englisches Schloss) panoramatisch abläuft. Und so gern es der Rezensent auch sähe, bräche jetzt eine Adler-Renaissance los, so sehr vermisst er in diesem programmatischen Buch das Spielerische, das die einmal gewollte Idee und Form konterkarierende Element. In letzterem mit Elias Canettis Kritik übereinstimmend, findet Bartmann aber noch einen weiteren innerliterarischen Grund für eine gewisse das Publikum eventuell überfordernde Sperrigkeit. Mit seinen philosophischen Spekulationen über den Schöpfungsdualismus im Schlusskapitel, das muss auch Bartmann einräumen, schießt der zwiefach geniale Autor wohl doch übers Ziel hinaus.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren